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Home Sonderthemen Freizeit & Familie Westerode
16:20 29.11.2018
Haben im Juni wieder einen Jugendraum in Westerode erhalten: Jugendliche bei der Eröffnung. Foto: ART
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Ein gutes Dutzend Zwölf bis 20-Jähriger nutzen seit Juni diesen Jahres einen 35 Quadratmeter großen Container neben der Mehrzweckhallte an der Westeröder Straße 10 als Jugendraum.

„Unser Ziel ist es nach wie vor, einen Jugendraum im derzeitigen Feuerwehrhaus einzurichten, wenn die Feuerwehr ein neues Gebäude bezogen hat“, betont Ortsratsmitglied Silvia Pabst (CDU). Sie und Jan Rittmeier (WDB) halten im Auftrag des Ortsrat als Jugendbeauftragte den Kontakt zu den jungen Menschen im Ort und vermitteln bei möglichen Konflikten.

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„Gut angenommen“ werde der Container, berichtet Pabst. Die Jugendlichen kämen trotz der Altersunterschiede gut miteiander aus. Sie hätten sich den Raum, der auf Betonpfeilern stehe und über einen Notausgang verfüge, zwischenzeitlich wohnlich eingerichtet. Es gebe ein Sofa, einen Tischkicker und einen Fernseher. Aus Euro-Paletten hätten sich die jungen Menschen einen Tisch gezimmert. Sogar eine Palme sei aufgestellt worden. Gesucht würden noch Stühle, die den Ansprüchen der Jugendlichen gerecht würden. Jetzt in der dunklen, kühlen Jahreszeit werde der Raum, der über eine Heizung verfüge, stärker genutzt als während der langen, heißen Sommermonate. „Die vom Ortsrat eingesetzten Ortsjugendpfleger, darunter Leon Eisenkolb, Julian Kellner und Stine- Marie Stollberg, führen die Aufsicht“, erläutert Pabst. Die Jugendlichen, die die Jugendleitercard (Kuleica) erworben hätten, achteten darauf, dass es nicht zu laut zugehe, insbesondere nicht am Wochenende nach 22 Uhr. Sie seien zudem verantwortlich, dass das Jugenschutzgesetz eingehalten werde. Die Nachbarn seien bisher zufrieden. Keiner der Nutzer schlage über die Strenge.


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„Im Dezember wollen wir eine Weihnachtsfeier ausrichten“, kündigt die Jugendbeauftragte an. Der Ortsrat werde wahrscheinlich eine Kiste Cola spendieren. Sie wünsche sich, dass das Angebot sich bei Jugendlichen im Ort weiter herumspreche. Schließlich lebten wesentlich mehr junge Menschen im Dorf. Die Auslastung des Raums lasse sich noch verbessern.

„Die Containerlösung hat eine lange Vorgeschichte“, berichtet Pabst. Der frühere Jugendraum, der sich in einem denkmalgeschützten Gebäude aus dem 17. Jahrhundert neben der Mehrzweckhalle befunden habe, sei im April 2016 geschlossen worden. Gründe seien bauliche Mängel und Probleme mit dem Brandschutz gewesen. Der Ortsrat unter Leitung von Ortsbübergemeister Bernward Vollmer (CDU) habe eine Reihe von Alternativen geprüft. Im Gespräch seien der Besprechungsraum oder das Stuhllager in der Mehrzweckhalle, aber auch ein kleiner Bauwagen, gewesen.

„Am Ende fiel die Entscheidung zugunsten eines Containers“, erinnert sich Pabst. Er sei für zwei Jahre gemietet worden, was mit 15.000 Euro zu Buche schlage. Ein Kauf hätte 25.000 Euro gekostet. Weil sich die Containerlösung bewährt habe, werde auch der örtliche Kindergarten demnächst einen solchen Großraumbehälter erhalten. Die zwölf Mitarbeiter benötigten einen Sozialraum. Der kleine, vorhandene Sozialraum werde zu einer zweiten Personaltoilette umgebaut. Der Jugendraum in Westerode ist sonntags bis donnerstags von 15 bis 22 Uhr und freitags und sonnabends von 14 bis 24 Uhr geöffnet.


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Nachbarschaftshilfen unterstützen bei Bedarf. Foto: DPA
Nachbarschaftshilfen unterstützen bei Bedarf. Foto: DPA

Hilfe etwa bei Behördengängen, Einkäufen oder Hausarbeiten bietet das Duderstädter Projekt Nächstenliebe. Ein Team von derzeit 14 Aktiven greift Bedürftigen unter die Arme.

„Auf den Dörfern ist selbstverständlich, Nachbarn zu helfen“, sagt Ulrich van Almsick. Ihr Projekt, das Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU), Propst Bernd Galluscke und Pastorin Christina Abel als Schirmherren gewonnen habe, wolle das in der Stadt bieten. Durchschnittlich einen Einsatz in der Woche hätten die Helfer. „Ich habe zum Beispiel vor kurzem einer alleinerziehenden Mutter Laminat in der Wohnung verlegt“, berichtet van Almsick. Einer krebskranken Frau, die umziehen musste, hätten sie zu sechst beim Umzug geholfen. Eine Mutter, die sich beide Arme gebrochen hätte, habe sie gebeten, den Sohn einmal in der Woche nach Göttingen zu fahren.

„Wir wollen Handwerksbetrieben keine Auftrage wegnehmen“, stellt van Almsick klar. Das Team werde in Notfällen aktiv, wenn sich jemand die Dienstleistungen nicht leisten könne. Unkosten – etwa für Fahrten – müssten die Hilfebedürftigen gegebenenfalls übernehmen.

„Mitarbeiter des Projekts gehen mit Senioren spazieren oder lesen ihnen vor“, ergänzt Martin Grosche vom Leitungsteam. Sie brächten ein Paket zur Post, wenn es sich mit dem Rollator schlecht transportieren lasse. In Ausnahmefällen betreuten sie auch einmal Kinder. Verwundern zeigen sich van Almsick und Grosche darüber, dass das Team vergleichsweise selten angesprochen werde. „Wenn ich mich mit Menschen unterhalte, stellt sich oft heraus, dass sie unsere Hilfe gebrauchen könnten“, berichtet van Almsick. Viele scheuten aber davor zurück, jemanden Fremdes um Unterstützung zu bitten. Auch täten sich nicht wenige schwer damit, Unbekannte in ihren privaten Bereich hineinzulassen. Deshalb liege ihnen die Öffentlichkeitsarbeit am Herzen. Regelmäßig machten sie in Pfarrbriefen oder der Zeitung auf sich aufmerksam. In Arztpraxen lägen ihre Flyer aus. Auch auf der Freiwilligenbörse hätten sie sich vorgestellt.

„Die Helfer des Teams sind zwischen 45 und 70 Jahren alt“, berichtet Grosche. Es würde einige Berufstätige geben. Die Mehrheit seien Hausfrauen und Rentner, die tagsüber Zeit hätten. Menschen mit Handicap wollten anderen helfen. Das Team suche Mitstreiter, da immer wieder Aktive aus gesundheitlichen Gründen aufhörten.

„Interessenten sollten aufgeschlossen, hilfsbereit und einfühlsam sein“, sagt Grosche. Sie müssten Zeit haben und im Team arbeiten wollen. Alle Helfer nähmen vorab am – für sie kostenfreien – Kurs „Prävention von sexualisierter Gewalt“ teil und unterzeichneten eine Verschwiegenheitserklärung. Das Projekt biete im Gegenzug ein offenes Klima im Team, einen regelmäßigen Austausch untereinander sowie Begleitung und Fortbildung.

Hilfebedürftige können sich montags bis freitags von 9 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr bei Lydia Ballhausen von der Caritas unter Telefon 05527/847434 melden. Ansprechpartner für Helfer ist Martin Grosche, Telefon 05527/72414 oder E-Mail martin.grosche@kathkirche-untereichsfeld.de.

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