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Home Sonderthemen Wirtschaft & Finanzen Was ist im Erbfall zu tun?
09:12 07.01.2020
FOTO: leokiru – pixabay.com

Trauernde Familienangehörige sehen sich häufig einem schier undurchdringbaren Dickicht von rechtlichen Problemen gegenüber. Rechtsanwalt Jan Thomas Ockershausen beantwortet hier die wichtigsten Fragen.

Wer kümmert sich ums Erbe?

Im Rahmen der Gesamtrechtsnachfolge tritt der Erbe in die Rechtsposition des Verstorbenen ein. Er hat sich folglich um sämtliche Belange des Nachlasses zu kümmern. Bei einer Mehrzahl von Erben müssen diese gemeinschaftlich handeln oder einen Erben bevollmächtigen.
       

Wer wird Erbe?

Wenn der Erblasser ein Testament hinterlassen hat, sollte hierin bestimmt werden, wer Erbe ist. Ist dies nicht der Fall, gilt die gesetzliche Erbfolge, nach der die Ehegatten sowie die Abkömmlinge des Erblassers als Erben berufen sind. Sowohl in einem Testament als auch nach der gesetzlichen Erbfolge können mehrere Erben berufen sein. Sie bilden dann eine Erbengemeinschaft, die gegebenenfalls auseinandergesetzt werden muss.
      

Jan Thomas Ockershausen FOTO: R
Jan Thomas Ockershausen FOTO: R

Brauche ich einen Erbschein?

Der Erbschein legitimiert den oder die Erben bei Rechtsgeschäften für den Nachlass. Wenn ein notariell errichtetes Testament mit Eröffnungsnachricht des Amtsgerichtes vorliegt, ist ein Erbschein im Regelfall nicht erforderlich, wenngleich einige Institutionen diesen dennoch – rechtswidrig – verlangen. Wer einen Erbschein benötigt, sollte einen Notar seiner Wahl aufsuchen.

Wie wird der Nachlass aufgeteilt?

Um einen Überblick zu erhalten, welche Werte überhaupt vorhanden sind, empfiehlt es sich, ein Nachlassverzeichnis anzufertigen. Wichtig ist, dass alle Verbindlichkeiten zunächst abgelöst werden. Der verbleibende Teil muss dann im Einverständnis aller Miterben geteilt werden. Gerade bei Grundstücken oder wertvollen Mobiliarien kommt es häufig zu Streitigkeiten. Hier hilft dann nur noch der Anwalt.

Wie geht man mit Pflichtteilsberechtigten um?

Pflichtteilsberechtigte haben bei der Aufteilung oder Verwertung des Nachlasses kein Mitspracherecht. Sie haben aber finanzielle Ansprüche gegen den Nachlass. Diese müssen jedoch aktiv geltend gemacht werden. Geschieht dies nicht innerhalb der dreijährigen Verjährungsfrist, verfallen sie. Wenn Pflichtteilsberechtigte existieren – dies sind Eltern, Kinder und Ehegatten – und diese testamentasrisch von der Erbschaft ausgeschlossen sind, sollten in jedem Falle bei der Erbauseinandersetzung Rückstellungen in ausreichender Höhe erfolgen, um diese Ansprüche bedienen zu können.

Wann brauche ich einen Anwalt?

Bei komplizierten Familienverhältnissen oder umfangreichen Nachlässen, insbesondere dann, wenn Immobilien vorhanden sind, empfiehlt sich in jedem Fall die Konsultation eines Fachanwaltes für Erbrecht.

Rechtsanwalt Jan Thomas Ockershausen ist seit mehr als zehn Jahren Fachanwalt für Erbrecht. Er befasst sich mit allen Fragen rund um den Nachlass, insbesondere mit den Themen Testamentserrichtung, Pflichtteil und Erbauseinandersetzung. Als Notar beurkundet er auch Erbscheinsanträge. Service: Recht Experten aus der Region geben Ratschläge mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Recht haben und bekommen.

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