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Home Sonderthemen Freizeit & Familie Warmtanzen vor dem doppelten Double
13:05 05.09.2019
Mitglieder des Festausschusses wollen am Freitagabend bajuwarisch gewandet im Zelt feiern – 3. v.l.: Claudia Hasert, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. FOTO: R

Von Stefan Kirchhoff  

Rosdorf. Mit einer an alle Haushalte verteilten 92-seitigen Festschrift stimmt der Festausschuss die Bürger auf ihre Kirmes ein. Zahlreiche Sponsoren haben die Broschüre möglich gemacht: Ein starker Rückhalt für Zeltgaudi, Umzug und Kinderparty von Freitag, 6., bis Sonntag, 8. September. Veranstalter ist in diesem Jahr der Feuerwehrverein. Ohne die Unterstützung aus der Wirtschaft, von Handwerkern, Händlern, Gewerbetreibenden und Dienstleistern, die eng mit Rosdorf verbunden sind, „gäbe es keine Kirmes“, sagt Claudia Hasert – im Festausschuss für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Hasert:

„Ohne Sponsoren würde die Rechnung nicht aufgehen.“ Ohne den Festausschuss allerdings auch nicht. Dessen Mitglieder, im Kern acht, im erweiterten Kreis insgesamt zwölf Mitglieder, haben ein Programm für jede Generation vorgelegt. Höhepunkte sind der Start mit Haxenessen, DJ und der doppelten Double-Show („DJ Ötzi“ und „Helene Fischer“) am Freitag; der Umzug (mit neuer Route) und die Fete mit den El Trinkos am Sonnabend; das Kirmesfrühstück, die Party für Kinder und die Auszeichnung der raffiniertesten Umzugsideen am Sonntag.


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Das Zelt wird auf dem Festplatz am Kampweg beim Freibad aufgebaut. Festwirtin ist Carmen Müller vom gleichnamigen Festzeltbetrieb in Duderstadt. Für Bewegung auf dem Platz sorgt die Familie Bodem aus Duderstadt: Autoscooter, Bobbahn, Kinderkarussell, Schießwagen, Pfeilwurf-, Büchsenwurf-, Süßwaren- und Crêpestand bieten alwas das Herz des Kirmes-Fans begehrt. Der Festplatz wird am Freitag um 17 Uhr geöffnet.

Eine Stunde später beginnt die Zeltgaudi, zu der die Besucher „gern in Trachten, also Lederhose und Dirndl, kommen können“, sagt Hasert. Ein Oktoberfest ist die Gaudi nicht, aber die Damen und Herren des Festausschusses werden jedenfalls nach bajuwarischer Art gewandet zum Haxenessen erscheinen. Serviert wird ab 18 Uhr. Bestellungen werden nicht mehr angenommen, betont Hasert.
          

Karten (zehn Euro) für die Fortsetzung der Gaudi sind im Vorverkauf bei der Sparkasse in Rosdorf sowie an der Abendkasse erhältlich. Um 20 Uhr wird Sören Steinberg offiziell das erste Kirmes-Fass anstechen – selbiges spendiert die Brauerei. Sponsoren, die einen ausgeben, werden im Zelt per Mikro gepriesen, so Hasert. Um 21 Uhr bittet die „Zahnfee Event Crew“ (DJ) zum „Warmtanzen“. Später am Abend geht die Party richtig los: DJ-Ötzi- Double Kay Christiansen bringt das Zelt zum Vorkochen – und nach ihm erobert Helene-Fischer-Double Victoria die Bühne. „3 Uhr könnte es werden“, sagt Hasert.
            

DJ-Ötzi-Double Kay Christiansen und Helene-Fischer-Double Victoria sorgen für lang anhaltende Stimmung im Zelt. FOTOS: R
DJ-Ötzi-Double Kay Christiansen und Helene-Fischer-Double Victoria sorgen für lang anhaltende Stimmung im Zelt. FOTOS: R

Gut, dass es am Sonnabend Zeit zum Kräftesammeln gibt. Der Umzug beginnt um 14 Uhr – für viele Rosdorfer ist der Korso mit Fußgruppen und Wagen der Höhepunkt ihrer Kirmes – und der nimmt einen anderen Verlauf als geplant. „Aufgrund von Bauarbeiten an der Göttinger Straße findet die Aufstellung um 13.30 Uhr am Parkplatz des Rewe-Marktes statt“, sagt Hasert. „Wir passieren anschließend über den Mahntweg den Hamberg, erreichen das Freibad und gehen weiter über den Siekweg/ Masch durch die Lange Straße. Ab da folgen wir der Standardroute durch das Altdorf.“

Die 37-Jährige erwartet „mindestens 1000 Teilnehmer“, darunter „etwa zehn Wagen“. Anmeldungen von Kurzentschlossenen nimmt Lutz Heinicke unter Telefon 0551/781931 entgegen. Im Anschluss geht’s ab 16 Uhr gemütlich bei Kaffee und Kuchen und mit dem Spielmannszug Dransfeld, dem Musikzug Kleinalmerode und dem Musikkorps Marchingpower Bad Lauterberg weiter (Eintritt frei). Nach der Überleitung beginnt das Abendprogramm um 20 Uhr mit der Verkündung der Schützenkönige und den „Zelt-Feier-Profis“ El Trinkos (Eintritt: zehn Euro).
           

Vor dem Sonntags-Brunch finden sich die ersten Besucher um 9.15 Uhr zum Gottesdienst „auf dem Festzelt“ ein. Das Kirmes-Frühstück beginnt um 10 Uhr – nach Noten begleitet von der Werrataler Blasmusik. Der Eintritt ist frei. Der Schmaus kostet: das große Frühstück 7,50 Euro (unter anderem Käse, Schinken, Frikadelle und Frischkäse), das für Kinder ein Euro, außerdem gibt’s „Bayern-Döner“, Weißwurst und Brezel.

Ab 11 Uhr können sich Kinder in der Nachbarschaft, auf dem Gelände der Feuerwehr, austoben. Sie dürfen sich auf ein „Acht-Stationen-Spiel“ und kleine Überraschungen freuen.

Etwas größere Überraschungen gibt es im Zelt: In drei Kategorien werden die auffälligsten oder einfallsreichsten Teilnehmer des Umzugs belohnt. Die von einer Jury gewählten Besten erhalten Geldpreise in Höhe von 1200 Euro – zu einem Drittel vom Veranstalter, zu zwei Dritteln vom Ortsrat finanziert. Gegen 15 Uhr wird der Kirmesausklang musiziert.
              

Die Festschrift wäre kein Prachtexemplar ohne ein liebevolles Detail, das sich der Gestalter der Broschüre, Maximilian Knipp, ausgedacht hat, sagt Claudia Hasert vom Festausschuss: Den Kirmes-Knigge. Was geht? Was geht nicht? Verpönt sind Pöbeln, Schubsen, Drängeln: „Ob im Zelt, auf dem Platz oder am Bierwagen/ der Würstchenbude, es scheint noch Leute zu geben, die der Meinung sind, das wäre nötig. NEIN. IST ES NICHT. Aber es nervt alle anderen“, steht auf Seite 79. Und „Gläser durch die Gegend zu schmeißen“, ist ebenfalls tabu. In eine Scherbe zu treten, sei „keine wünschenswerte Erfahrung“. Wünschenswert sind „ein respektvoller Umgang miteinander“; „seiner Liebsten eine Rose zu schießen“ („nicht kitschig, gehört bei einer Kirmes fast zum guten Ton“) – alternativ zählen laut Herrn Kirmes-Knigge „auch Lebkuchenherzen oder Kuscheltiere“; eines jeden Pflicht ist „Party machen – schließlich gibt es ein tolles Zelt und super Programm“; und „auch mal einen ausgeben“ gehöre zum guten Ton: „Denn Geiz ist auf der Kirmes alles andere als geil!“

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