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Home Sonderthemen Wirtschaft & Finanzen Vom Start-up zum Weltmarktführer
16:46 08.02.2019
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Vom 23. Februar bis zum Ende des Jubiläumsjahres 2019 ist in der Kunsthalle HGN die Sonderausstellung „Vom Start-up zum Weltmarktführer. 100 Jahre Ottobock“ zu sehen. Aus einem Jahrhundert Zeit-, Familien- und Firmengeschichte führt sie markante Meilensteine und Wendepunkte vor Augen, die gleichzeitig als Wegweiser zu neuen Kapiteln der Erfolgsstory von Ottobock zu verstehen sind. Der Blick zurück weist in dieser Präsentation somit immer auch in die Zukunft. Die Ausstellung ist sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. 

Hans Georg Näder legte die Regie bei der Planung der Ausstellung in die Hände von Peter Franzel, Chef der Abteilung Exhibition & Events. Er koordiniert die Arbeit des Berliner Top-Designers Thorsten Platz, der die komplexe Gestaltung der drei Ausstellungsebenen und des Erdhauses vor der Kunsthalle HGN übernahm, und der Leiterin des Unternehmens-Archivs Maria Hauff, die sich um die inhaltliche Auswahl und Strukturierung der Themen gekümmert hat.

Die Rolle als Weltmarktführer verdankt Ottobock neben dem frühzeitigen Eintritt in die Internationalisierung insbesondere seinem technologischen Vorsprung. Der Besucher erfährt, warum die Fertigung von gefrästen Passteilen für Holzprothesen durch den Firmengründer eine ganze Branche revolutionierte. Er kann aber ebenso einen 3D-Drucker bei der Arbeit beobachten, der eine aktuelle Antwort auf den Wettbewerb unter den Vorzeichen der digitalen Transformation der Jetztzeit ist.

Dazwischen liegen Entwicklungssprünge wie die myoelektrische Armprothetik, die im Muskel entstehende elektrische Impulse als Signal für die Prothesensteuerung nutzt, oder das C-Leg, das 1997 auf den Markt kam und als erstes mikroprozessorkontrolliertes System die Sicherheit und Mobilität von Oberschenkelamputierten auf ein neues Niveau gehoben hat.

Ausstellung zum Jubiläum in der Kunsthalle HGN. FOTOS: THUSSBAS
Ausstellung zum Jubiläum in der Kunsthalle HGN. FOTOS: THUSSBAS

Der Mensch im Mittelpunkt

Neben dem sich rapide beschleunigenden technischen Fortschritt und den Entwicklungen im weltweiten Wettbewerb wird eine Konstante als wesentlich für das Unternehmen herausgearbeitet: Im Mittelpunkt der Firmenphilosophie steht der Mensch. Innovation nicht als Selbstzweck, sondern als Verbesserung der individuellen Lebensqualität. Das verdeutlichen die beispielhaften Vorstellungen von Menschen – die mit Produkten von Ottobock Unabhängigkeit und Leistungsfähigkeit zurückgewonnen haben.

Fehlen darf hierbei selbstverständlich nicht das Thema paralympischer Sport, bei dem Ottobock seit 1988 bei allen Sommer- und Winter-Paralympics als Sponsor und aktiver Partner der Organisationskomitees sowie des Internationalen Paralympischen Komitees eine herausragende Position gewonnen hat. Daraus sind Partnerschaften hervorgegangen, die auch in der Zeit zwischen den Spielen bei Welt- und Europameisterschaften oder auch durch die Running Clinics von Heinrich Popow dazu beitragen, dem Thema Behinderung mit mehr Interesse und Offenheit sowie weniger Berührungsängsten zu begegnen.

Die drei Ebenen der Ausstellung in der Kunsthalle sind den drei Generationen Otto Bock, Dr. Max Näder und Professor Hans Georg Näder zugeordnet. Der rote Faden des Projekts liegt aber nicht allein in der zeitlichen Chronologie, sondern vielmehr in den während dieser 100 Jahre immer wieder neu erforderlichen Antworten der Unternehmer-Familie auf die Herausforderungen der Zeit- und speziell auch der Technologiegeschichte.

Ergänzend dazu widmet sich eine Präsentation im Erdhaus, links neben dem Eingang zur Kunsthalle, dem komplexen Thema Migration. Sie umfasst die von den Vereinten Nationen dokumentierten Flüchtlingsströme der Gegenwart ebenso wie die schwierige Situation für Maria und Max Näder nach der entschädigungslosen Enteignung in Königsee nach dem Zweiten Weltkrieg oder auch ausgewählte persönliche Laufbahnen von heutigen Mitarbeitern des global agierenden Unternehmens. Sie beschreiben ihre Motive, die Heimat zu verlassen, den Kontinent zu wechseln und sich auf neue kulturelle Umgebungen einzulassen.

Historische Fotos und Videos, Exponate aus der Welt der Orthopädietechnik und persönliche Statements im O-Ton als Text oder Hörstation sorgen für einen modernen Mix statt musealer Aneinanderreihungen. Visionärer Weitblick, Mut und Empathie, für die 100 Jahre Ottobock so viele Beispiele liefert, erweisen sich statt als Tugenden der Vergangenheit auch heute als Grundvoraussetzung dafür, die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Das Konzept verbindet somit historische Fakten mit Futuring: „Die nächsten 100 Jahre beginnen jetzt!“

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