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06:10 25.10.2018
Sportwoche im Kauf Park FOTO: HELLER

Von Michael Caspar    

Göttingen. Von der Autogrammstunde bis zum Reichtagsbau aus Sand, von der Automobilwoche bis zum Weltrekord im Cha-Cha-Cha-Massensynchron-Tanzen: Der Kauf Park bietet an fast 300 Tagen im Jahr Programm. Viele regionale Akteure wirken mit.

„Unsere Saisoneröffnung im Kauf Park verfolgen jedes Jahr einige 100 Zuschauer“, berichtet Frank Meinertshagen, der Geschäftsführer des Basketball-Bundesligisten BG Göttingen. Und: „Wir gehen bewusst dorthin, wo die Menschen sind.“ Viele begegneten der Basketballmannschaft im KaufPark erstmals persönlich.

„Die BG macht auch bei Veranstaltungen in der Innenstadt mit, aber der Kontakt zu den Menschen ist im Kauf Park intensiver“, meint Meinertshagen. Zudem sei die KaufPark-Fläche überdacht und die Organisation durch das Center-Management „super“.

OBI Markt Göttingen

„Um organisatorische Dinge müssen wir uns im Kauf Park nie kümmern, wir können uns ganz auf den Sport konzentrieren“, lobt Christian Steinmetz, der Geschäftsleiter vom 9900 Mitglieder starken Göttinger Sportverein ASC. Selbst einen Tauchturm hätte ihnen das Center-Management schon aufgebaut. Auch für die Präsentation von Sportarten wie Wrestling oder Golf sei das Fachmarktzentrum offen.

„Große Resonanz erlebt der ASC bei der Sportwoche, wenn wir uns mit vielen anderen Vereinen in der Mall und mit Programm auf der Bühne vorstellen“, sagt Steinmetz. Erklärungsintensiver seien die ASC-Gesundheitssportangebote, die sie während der Gesundheitswoche im Kauf Park präsentierten.

Bewegungsprogramm für Kindergartenkinder im Kauf Park. Hier: Kinder des Sprachheilkindergartens St. Hildegard, Göttingen FOTO: HELLER
Bewegungsprogramm für Kindergartenkinder im Kauf Park. Hier: Kinder des Sprachheilkindergartens St. Hildegard, Göttingen FOTO: HELLER

„Auf einer rund 30 Quadratmeter großen Fläche werben wir in der Adventszeit im Kauf Park für unser aktuelles Familienstück, in diesem Jahr für Jim Knopf“, sagt Inge Mathes, die seit 2014 die Kommunikationsabteilung des Deutschen Theaters leitet. Niemand sonst in Göttingen biete ihnen eine derart große Plattform. Das ganze Jahr über stehe im Kauf Park einer von stadtweit rund 40 Theaterstühlen mit dem aktuellen Programm. Die Resonanz sei „nicht schlecht“.

„Wir casten seit fast zehn Jahren in der Vorweihnachtszeit unsere Schauspieler im Kauf Park“, berichtet Horst Fädrich, der Vorsitzende der Waldbühne Bremke. Bis zu 15 Personen würden auf der Bühne, die in der Mall aufgebaut werde, vorsprechen oder vorsingen. Dutzende schauten zu. Das Ensemble des 1949 gegründeten Freilichttheaters zeige zudem Szenen aus der aktuellen Produktion. „Viele Zuschauer werden so auf uns aufmerksam“, freut sich Fädrich. Das nächste Casting sei am Sonnabend, 15. Dezember, von 14 bis 17.30 Uhr. Der 145 Mitglieder starke Verein suche neben Schauspielern auch handwerklich geschickte Helfer.

„Eine tollere Location als der Kauf Park, um Aufmerksamkeit für das südniedersächsische Handwerk zu erlangen, ist kaum vorstellbar“, erklärt Andreas Gliem, der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Sie nutzten daher immer wieder das Fachmarktzentrum etwa für ihre Messe „Handwerk begreifen“ oder für die alle zwei Jahre stattfindende Automobilausstellung Gö-Mobil, die größte solche Schau in Südniedersachsen. Sie werde jedes Mal von mehreren 10.000 Bürgern besucht. Das „exzellent strukturierte“ Kauf Park-Management garantiere „beste Organisation“.


Göttingen. Ein Drittel der täglich 14.000 Kunden, die den Kauf Park besuchen, kommt aus dem Landkreis Göttingen. Viele kommen nicht nur wegen des Warenangebots, das sie in ihren Orten nicht finden, sondern auch wegen der Veranstaltungen. Das Fachmarktzentrum dient zudem als Treffpunkt.

„Wir Bovender sind häufig und gerne im Kauf Park“, meint Bovendens Bürgermeister Thomas Brandes (SPD). Das für die Region „sehr belebende Zentrum“ biete nicht nur eine „wichtige Ergänzung“ zu den Geschäften in Bovenden und der Göttinger Innenstadt, sondern auch „hervorragende Veranstaltungen“. Die Bürger nutzten den Kauf Park zudem als Treffpunkt, um dort gemeinsam Kaffee zu trinken oder ein Eis zu essen.

Als „Bereicherung“ betrachtet auch Gleichens Bürgermeister Manfred Kuhlmann (SPD) den Kauf Park. Die Gleichener würden deshalb den „ziemlichen langen Weg“ auf die andere Seite Göttingens auf sich nehmen. Als persönlicher Referent des damaligen Göttinger Stadtdirektors, Hermann Schierwater (SPD), erinnere er sich noch an die „aufgeregte Diskussion“ um das Fachmarktzentrum in Göttingen. Heute habe der Kauf Park „breite Akzeptanz“ gefunden.

„Ein starkes Umland braucht ein starkes Oberzentrum“, erklärt Andreas Friedrichs (SPD), der Bürgermeister der Gemeinde Friedland. Der Kauf Park, der für die Friedländer über die Autobahnen gut zu erreichen sei, biete vieles, was die Geschäfte in der Fläche nicht vorhalten würden. Das halte Kaufkraft in der Region, die sonst abfließen würde.

Die „gute Angebotsmischung“ des Kauf Parks, so Nörten-Hardenbergs Bürgermeisterin, Susanne Glombitza (parteilos), umfasse vieles, was in einem Grundzentrum wie ihrem Flecken nicht genehmigungsfähig sei. Die Nörtener führen zum Einkaufen zudem nach Northeim oder ins Gewerbegebiet Lutteranger in Weende.

„Hardegsen gehört zwar zum Landkreis Göttingen, ist aber stark nach Göttingen orientiert“, sagt der dortige Bürgermeister Michael Kaiser (parteilos). Entsprechend nutzten die Bürger den Kauf Park. Andererseits besuchten Göttinger in Hardegsen, in ihrem „Vorgarten“ am Rande des Sollings, den Eselmarkt, den Wildpark oder Konzerte. mic

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