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Home Sonderthemen Wirtschaft & Finanzen Unverschuldet in einen Unfall verwickelt – was nun?
12:10 03.12.2019
FOTO: HALFPOINT - FOTOLIA.COM

Das Risiko, unverschuldet in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, ist hoch. Doch was muss man in solchen Fällen beachten?

Noch am Unfallort sind die Personalien der Unfallbeteiligten und etwaiger Unfallzeugen auszutauschen. Lichtbilder von der Unfallsituation sollten gefertigt werden und der Geschädigte sollte sich die Daten der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers geben lassen bzw. sich alternativ das Kennzeichen des unfallverursachenden Pkw notieren.
         

Bei unklarer Haftungsfrage, sollte stets eine polizeiliche Unfallaufnahme erfolgen. Dies gilt insbesondere auch in Fällen, in denen ein ausländisches Fahrzeug den Unfall verursacht hat, da ausländische Haftpflichtversicherer regelmäßig einen Beteiligungsnachweis anfordern. Häufig nimmt die gegnerische Haftpflichtversicherung nach dem Unfall telefonisch Kontakt mit dem Geschädigten auf und schlägt einen Gutachter vor, der den beschädigten Pkw begutachten soll. Lassen Sie sich in keinem Fall vom gegnerischen Haftpflichtversicherer überrumpeln. Der Geschädigte hat das Recht, einen unabhängigen Kfz-Sachverständigen auf Kosten der gegnerischen Haftpflichtversicherung einzuschalten. Der Kfz-Sachverständige wird, sofern es sich nicht um einen Bagatellschaden handelt, ein Gutachten über die Schadenshöhe bzw. bei kleineren Schäden einen Kostenvoranschlag erstellen.
         

Yvonne Schrader FOTO: R
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FOTO: THORBEN WENGERT_PIXELIO.DE
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Hat der Gutachter einen Reparaturschaden ermittelt, sollte sich der Geschädigte dann die Frage stellen, ob der Pkw repariert werden soll. Entscheidet sich der Geschädigte für eine Reparatur in Eigenregie oder möchte er den Pkw nicht reparieren lassen, kann er sich die Netto-Reparaturkosten auszahlen lassen (sogenannte „fiktive Unfallabrechnung“).

Eine Reparaturrechnung wird nur vorgelegt, sofern der Geschädigte den Pkw fachgerecht entsprechend des Gutachtens instandsetzen lässt (sogenannte „konkrete Unfallabrechnung“). Nur bei der konkreten Unfallabrechnung wird die in der Reparaturrechnung ausgewiesene Mehrwertsteuer erstattet. Das Recht auf Ersatz einer Unkostenpauschale, Leihwagenkosten bzw. alternativ einer Nutzungsausfallentschädigung für die aus dem Gutachten ersichtliche Reparaturdauer und einer eventuell eingetretenen Wertminderung haben Sie grundsätzlich auch bei einer fiktiven Unfallabrechnung.
     

Da die Haftpflichtversicherer häufig Kürzungen vornehmen oder erstattungsfähige Positionen nicht regulieren, ist es – auch ohne Rechtschutzversicherung – ratsam, einen Rechtsbeistand hinzuziehen. Die hierfür anfallenden Gebühren werden ebenfalls von der gegnerischen Haftpflichtversicherung erstattet.

Yvonne Schrader,
Rechtsanwältin  Kanzlei Hundeshagen & Thiele, Gieboldehausen

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