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Home Sonderthemen Freizeit & Familie Strenge Lehrer und lustige Streiche im Klassenzimmer
07:49 14.08.2019
Die ehemaligen Schüler Hans-Joachim Kiefert, Anneliese Hille und Alfred Lindemann (v.l.) tauschen schon mal Erinnerungen aus.

Adelebsen. „Wir finden das gut und wichtig“, sagt Manfred Paetsch. Der 74-Jährige wurde Mitte der 50er-Jahre in einer Klasse unterrichtet, die seit 25 Jahren als Bereich des Steinarbeiter-Museums in Adelebsen genutzt wird. Aus Anlass des Jubiläums sollen ehemalige Schüler in einem Film zu Wort kommen.

Geschichten aus der Schule

„Letzte Zeitzeugen – Geschichten aus der Schule“ lautet der Titel des Projekts, das Gerhard Elsner auf den Weg gebracht hat. „Das heutige Museumsgebäude wurde vor 175 Jahren als zusätzliche Schule in Adelebsen errichtet“, sagt der 61-Jährige. Und da vor 25 Jahren das Steinarbeitermuseum im denkmalgeschützten Haus eingerichtet worden sei, sollte zum Doppeljubiläum etwas Besonderes geboten werden. Elsner schlug bei einem Treffen des Vereins für ländliches Alltagsleben, der das Museum betreut, vor, die ehemaligen Schüler in den Mittelpunkt des Jubiläumsbeitrags zu stellen.
         

Die Idee sei sofort auf Gegenliebe gestoßen – nicht nur im Vereinsvorstand, sondern auch später bei ersten Gesprächen mit Bürgern, die im damaligen Klassenraum im Erdgeschoss des Hauses am Kirchweg 8 gelernt haben. Elsner: „Noch gibt es in Adelebsen ehemalige Schüler, die dort unterrichtet wurden. Interviews mit diesen Zeitzeugen sollen aufgezeichnet werden, um daraus einen Kurzfilm zu produzieren.“
              

Gerhard Elsner vor der Grundmauer der 1844 errichteten „Alten Schule“ – wird die ehemaligen Schüler interviewen. FOTOS: R
Gerhard Elsner vor der Grundmauer der 1844 errichteten „Alten Schule“ – wird die ehemaligen Schüler interviewen. FOTOS: R

Deren Erinnerungen möchte Elsner dokumentieren. „Viele ehemalige Schüler sind verstorben. Aber wir hoffen auf sieben, acht Jahrgänge, aus denen potenzielle Interviewpartner mitmachen werden.“ Elsner hat ein Probenvideo erstellt, das als Grundlage für den geplanten 30-Minuten-Film dient. Sein Konzept: „Ich möchte sie frei erzählen lassen, doch im Mittelpunkt sollen die Erinnerungen an die Schulzeit stehen.“ Wie war die Möblierung, die Ausstattung mit Lernmitteln? Wie sah es mit den Sanitäranlagen aus, wie wurde im Winter geheizt? Waren die Lehrer streng? Und: Wie wurden Streiche und aus Sicht des Lehrmeisters unangemessenes Verhalten bestraft? Elsner hat eine Reihe von Fragen als Leitfaden – „in den Gesprächen werden sicher noch ganz andere Aspekte eine Rolle spielen“.

Damit diese Gespräche zustande kommen, braucht Elsner die entsprechende Ausrüstung. „Eine geeignete Kamera, ein Gutes Mikro mit Windschutz. Unter anderem für dieses Equipment veranstaltet der Museumsverein ein Crowdfunding – heißt erstens: Es wird Geld gesammelt. Aber nicht nur. Bei diesem Finanzierungsmodell unterstützen die Bürger mit kleinen Beträgen und mit der damit verbundenen Zustimmung.

Das Adelebsener Crowdfunding sei Teil des Wettbewerbs „Kulturideenbeweger“ des Zentrums für Entrepreneurship der PFH, Private Hochschule Göttingen. Ziel sei, „Projekten aus der Kultur- und Kreativwirtschaft in der Region Südniedersachsen besondere Sichtbarkeit zu verschaffen“, heißt es auf der Homepage. Unterstützer des Adelebsener Zeitzeugen-Film-Projekts, die die Homepage besuchen, können Beiträge überweisen und mit diesem Zuspruch ihren lokalen Wettbewerbsbeitrag im Rennen um die ersten Plätze halten. Der Gewinner bekommt 250 Euro Startgeld und 250 Euro Preisgeld – aber nur, wenn die Basissumme erreicht wird: 1500 Euro. Nicht die Gesamtsumme entscheide über Sieg und Platz, sondern die Zahl der Teilnehmer, betont Elsner. Als Anreiz zum Mitmachen gibt es ab acht Euro aufwärts „kleine und große Dankeschöns“, die auf www.startnext.com/pages/ideenbeweger ausgewählt werden können. Teilnahmeschluss ist am 30. August. SKI

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