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Home Sonderthemen Job & Karriere Selbstentwickler werden – Herausforderungen beherzt anpacken
09:58 21.09.2019
Der Erwerb von Schlüsselkompetenzen kann auch bei Aushilfsjobs und durch Praktika stattfinden. FOTO: R

Menschen sind verschieden. Diese Erfahrung sammeln wir täglich – beruflich und privat. So registrieren wir zum Beispiel, dass manche Frauen und Männer bei neuen Herausforderungen sofort denken: Das kann ich nicht. Entsprechend unmotiviert gehen sie die Aufgabe an und entsprechend gering sind ihre Erfolgsaussichten.

Andere hingegen denken bei derselben Herausforderung zwar zunächst auch: Oh Schreck. Doch dann: Irgendwie schaffe ich das schon. Also gehen sie die Aufgabe voller Elan an. Meist mit Erfolg – auch weil sie nach dem ersten Fehlversuch die Flinte nicht sogleich ins Korn werfen.

Neue Schlüsselkompetenz – beruflich und privat

Eine solche Zuversicht wird immer wichtiger. Denn in unserer modernen Welt werden wir permanent mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Also wird es zu einer Schlüsselkompetenz, mit ihnen adäquat umzugehen. Das haben auch die Unternehmen erkannt. Sie erwarten von ihren Mitarbeiter zunehmend, dass sie sich neuen Herausforderungen stellen und diese meistern; des Weiteren, dass sie sich eigeninitiativ die Fähigkeiten aneignen, die sie im Beruf (künftig) brauchen. Oder anders formuliert: Die Mitarbeiter sollen selbstwirksamer sein.
         

Laut Untersuchungen des kanadischen Lerntheoretikers Albert Bandura speist sich unsere Selbstwirksamkeit aus vier Quellen:

1. Eigene Erfahrungen: Sie sind sehr wichtig. Denn wer schon wiederholt die Erfahrung gesammelt hat „Ich kann schwierige Aufgaben lösen“, traut sich dies auch bei neuen zu.

2. Vorbilder: Beobachtet eine Person eine andere beim Lösen einer schwierigen Aufgabe, dann kann dies ebenfalls ihr Selbstvertrauen stärken – getreu der Maxime: „Wenn der oder die das kann, dann kann ich das auch!“

3. Unterstützung: Auch das Wissen „Wenn es eng wird, habe ich Unterstützer“ ermutigt.

4. Reaktionen und Emotionen: Menschen schließen aus ihren körperlichen Reaktionen auf ihre Fähigkeiten. Verspüren sie zum Beispiel Herzrasen bei einer Aufgabe, dann denken sie oft unmittelbar: Ich kann das nicht. Also ist es wichtig, analysieren zu können: Ist meine Reaktion der Aufgabe angemessen?

Die eigene Selbstwirksamkeit erhöhen

Wer seine Selbstwirksamkeit steigern möchte, sollte sich also regelmäßig Herausforderungen stellen, bei denen er zunächst vermutet: Diese Aufgabe könnte mich überfordern. Denn hieran wachsen wir.

Sinnvoll ist es, die Aufgabe als Projekt zu betrachten und zunächst zu analysieren: Welche Teilaufgaben sind hiermit verbunden? Danach können wir ermitteln, warum wir vor bestimmten Teilaufgaben zurückschrecken. Zum Beispiel, weil wir hiermit noch keine Erfahrung haben? Haben wir dies ermittelt, können wir die nötige Unterstützung organisieren. Außerdem können wir aus den Teilaufgaben Teilziele ableiten, die es auf dem Weg zum großen Ziel zu erreichen gilt.

Das Definieren von Teilzielen ist für den Fall wichtig, dass wir das Projektziel nur teilweise erreichen. Dann können wir anhand der erreichten Teilziele ermitteln, welche Teilaufgaben wir mit Bravour gelöst haben und welche nicht. Wir können also unser „Scheitern“ relativieren. Außerdem können wir so analysieren, welche neuen Fähigkeiten wir erworben haben und wo noch Lernbedarf besteht.

Wenn wir beim Bewältigen von herausfordernden Aufgaben so vorgehen, begeben wir uns in eine Lernspirale, die zu einem stetigen Ausbau unserer Kompetenz und Selbstwirksamkeit führt.


Fast jeder zweite Arbeitslose hat keine abgeschlossene Berufsausbildung – Tendenz steigend. Das belegen die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Besonders bei jüngeren Arbeitslosen sind Qualifikations- und Bildungsdefizite einschneidend:

Fast zwei Drittel der unter 25-jährigen Arbeitslosen hat keine abgeschlossene Berufsausbildung, mehr als ein Fünftel keinen Hauptschulabschluss. Da eine gute Ausund Weiterbildung die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöht, steht beides in der Arbeitnehmerüberlassung im Vordergrund.

Durch den Einsatz in unterschiedlichen Kundenbetrieben liegt das ständige Weiterentwickeln bei der Zeitarbeit in der Natur der Sache: Mitarbeitende lernen neue Aufgabengebiete, Unternehmen und Arbeitsplätze kennen, passen sich ständig wechselnden Rahmenbedingungen an und knüpfen soziale Kontakte und profitiert von Programmen der Anbieter. Wer etwa eine Ausbildung zum Lagerassistenten anstrebt, kann im „Lernen im Job“-Programm das theoretisch Gelernte im Kundenbetrieb in die Praxis umsetzen.

Zum Abschluss steht eine schriftliche sowie mündliche Prüfung des TÜV Rheinlands an. „Unser Lernen im Job-Programm kann der Startschuss zu einem Facharbeiterabschluss sein“, erklärt Maxi Passos, Senior Consultant Arbeitsmarktprojekte bei Randstad. „Wenn wir die praktischen Erfahrungen unserer Mitarbeiter zu anerkannten Qualifizierungen machen können, nutzt das allen Beteiligten:

Die Kundenunternehmen haben besser ausgebildete Talente in ihren Reihen und die Mitarbeiter haben bessere Perspektiven im Job.“ Außerdem können Zeitarbeitnehmer über 300 Weiterbildungsangebote online nutzen und sich so zusätzlich auf persönlicher sowie fachlicher Ebene weiterbilden.

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