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Home Sonderthemen Wirtschaft & Finanzen Scheiden tut weh
05:02 02.07.2019
FOTO: HALFPOINT - FOTOLIA.COM

Wenn Eheleute auseinandergehen, dann bedeutet dies für alle Beteiligten in jeder Hinsicht ein großes Problem. Leider kommen zu den emotionalen Belastungen häufig auch noch rechtliche Streitigkeiten hinzu.

Die Kinder

Wenn einer der Ehegatten das gemeinsame Heim verlässt, ist zu klären, ob die Kinder mit ihm mitgehen oder zu Hause verbleiben. Unabhängig von diesem sogenannten Aufenthaltsbestimmungsrecht verbleibt das Sorgerecht bei beiden Elternteilen, nur im absoluten Ausnahmefall kann einem Elternteil allein das Sorgerecht zugesprochen werden. Entscheidend bei diesen Fragen ist einzig und allein das Kindeswohl, die Befindlichkeiten der Eltern interessieren die Gerichte hierbei nur am Rande. Dem Elternteil, bei dem die Kinder nicht wohnen, steht ein Umgangsrecht zu. Auch hierüber sollten sich die Eltern einigen.
                 

Der Unterhalt

Im Trennungsjahr ist von dem Ehegatten, der einen höheren Verdienst hat, dem anderen Ehegatten regelmäßig Unterhalt zu bezahlen. Auch für Kinder, die nicht beim jeweiligen Elternteil leben, ist ein Unterhaltsbetrag zu leisten. Wie hoch dieser ist, hängt im Wesentlichen vom Alter der Kinder und vom Einkommen des Unterhaltspflichtigen ab. Beide Ehegatten sind verpflichtet, über ihre Einkünfte dem jeweils anderen vollständig Auskunft zu erteilen, damit die Ansprüche errechnet werden können. Da diese Ansprüche auch klageweise durchsetzbar sind, empfiehlt es sich dringend, hier zu kooperieren.

Unter Umständen schuldet ein Ehegatte dem anderen auch nach Rechtskraft der Ehescheidung noch Unterhaltszahlungen. Dies hängt davon ab, ob der andere Ehegatte sogenannte ehebedingte Nachteile zu erleiden hat oder ob die Ehe eine besonders lange Zeit angedauert hat. Die Frage des OB und WIE VIEL bestimmt sich jeweils nach den Umständen des Einzelfalls.
                


FOTO: STEPHAN BEUERMANN - TRAPEZFILM
FOTO: STEPHAN BEUERMANN - TRAPEZFILM

Markus Menge ist unter anderem Fachanwalt für Familienrecht in der Göttinger Rechtsanwaltssozietät Menge Noack. 


Der Zugewinn und die Rente

Für die Dauer der Ehezeit sind die vom jeweiligen Ehegatten erworbenen Rentenanwartschaften auszugleichen. Gleiches gilt für den Zugewinn, der während der Ehe erzielt wurde. Auch hier besteht eine Auskunftspflicht der Ehegatten untereinander über das Anfangsvermögen bei Beginn der Ehe und das Endvermögen bei Zustellung des Scheidungsantrages. Die Differenz ergibt den Zugewinn, der unter den Ehegatten auszugleichen ist. Der Versorgungsausgleich, mit dem die Renten ausgeglichen werden, wird vom Gericht im Rahmen des Scheidungsverfahrens von Amts wegen ermittelt.

Die Anwälte

Eine Ehescheidung kann ohne Anwälte nicht bewerkstelligt werden. Zumindest eine Partei muss rechtsanwaltlich vertreten werden. Es empfiehlt sich aber grundsätzlich, dass beide Ehegatten sich einen Anwalt nehmen, damit die Rechte gegenüber dem jeweils anderen Ehegatten optimal durchgesetzt werden. Hierfür sollten Sie einen Fachanwalt für Familienrecht aufsuchen.

Markus Menge
Fachanwalt für Familienrecht Fachanwalt für Verkehrsrecht

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