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Home Sonderthemen Freizeit & Familie Endlich wieder essen gehen in Göttingen
17:18 26.06.2020
Gut und lecker essen gehen – das hat vielen Gästen während des Lockdowns gefehlt. Jetzt ist es unter Auflagen wieder möglich. FOTO: PIXABAY

Die Corona-Krise hat viele Branchen hart getroffen – dazu zählt auch die Gastronomie. Jetzt, da viele Corona-Regeln in Niedersachsen gelockert sind, freuen sich die Betreiber der zahlreichen Restaurants in Göttingen, im Landkreis und in ganz Südniedersachsen darauf, wieder Gäste bewirten zu dürfen.

Viele Gastronomen haben sich während der Krise und insbesondere während des Lockdowns Gedanken gemacht, wie sie ihre Gäste trotzdem erreichen können. Manche Lokale etablierten einen eigenen Lieferdienst, andere setzten auf Abhol-Angebote. Auch viele kreative Ideen brachte die Krise hervor – von der Internet-Kochshow bis hin zum „Drive In“ mit kontaktloser Übergabe reichte der Einfallsreichtum der Restaurant-Betreiber. Die gute Nachricht in der Krise: Zahlreiche Gäste zeigten sich solidarisch, kauften auf eigenes Risiko zum Beispiel Gutscheine – nicht wissend, ob das eigene Lieblingslokal überhaupt wieder öffnen würde. Organisiert wurde die gegenseitige Hilfe unter anderem über verschiedene OnlinePortale. Auch das Tageblatt hatte ein solches aufgesetzt: Unter der Adresse http://gturl.de/supportyourlocal konnten auch Betreiber von Cafés und Restaurants eintragen, wie Kunden ihnen in der besonderen Situation helfen können.

Gemütliches Beisammensein

Doch jetzt, wo viele Corona-Beschränkungen in Niedersachsen gelockert wurden und auch viele Restaurants wieder geöffnet haben, zeigt sich, was die Gäste vor allem vermisst haben: das gemütliche Beisammensein im Restaurant, gutes Essen, dazu ein Glas Wein oder ein leckeres Bier – das „Erlebnis Gastronomie“ ist nun wieder möglich, wenn auch mit der einen oder anderen Einschränkung. Diese Einschränkungen treffen wiederum die Gastronomen unterschiedlich hart: Manch einer hat einen großen Gastraum oder viel Platz zur Außenbestuhlung andere Betreiber müssen hingegen damit klarkommen, dass sie wesentlich weniger Plätze als zuvor in ihren Lokalen anbieten dürfen, weil die örtlichen Gegebenheiten vielleicht nichts anderes zulassen. Denn natürlich bleibt es überall oberstes Gebot, die nach wie vor gültigen Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten. Eben weil das so ist, geht es in der aktuellen Phase der Corona-Krise auch darum, den Restaurants weiterhin zu helfen und sie mit Besuchen zu unterstützen. Dort, wo Essen gehen früher so selbstverständlich war wie das tägliche Zähneputzen, gibt es mitunter nämlich immer noch strenge Auflagen – auch wenn den Gästen das nicht unbedingt auffällt Umso bewunderswerter ist es, wie die Gastronomie insgesamt damit umgeht: Es ist beeindruckend, dass viele Restaurant-Betreiber es geschafft haben, ihren Gästen trotz der Auflagen wieder ein besonderes Ausgeh-Erlebnis zu ermöglichen.

Wer Lust auf eine Pizza hat, kann diese nun auch wieder im Restaurant genießen. FOTO: PIXABAY
Wer Lust auf eine Pizza hat, kann diese nun auch wieder im Restaurant genießen. FOTO: PIXABAY

Ein Hoch auf die Gastronomie

Und so kann der Appell nur lauten, den vielen Restaurants in der Region die Treue zu halten – und falls es der eigene finanzielle Rahmen zulassen sollte, vielleicht sogar das eine oder andere Mal häufiger essen zu gehen, als es vor der Corona-Krise üblich war. Den eigenen Gaumen wird es garantiert freuen – und den Gastronomen hilft es möglicherweise über die Krise hinweg. Guten Appetit allerseits! mr


Etwas außerhalb von Witzenhausen gelegen, umgeben von Kirschplantagen, begrüßt der Hof Kindervatter seine Gäste.

In gemütlichem Ambiente bietet das Haus eine regionale Küche, die sich durch die kreativen Ideen des Küchenchefs Tobias Kindervatter immer wieder neu entdeckt. Neben Klassikern gibt es immer wieder ausgewählte saisonale Speisen. Und wie es sich für Witzenhausen gehört, gibt es auch auf dem Hof Kindervatter natürlich auch eine besondere Leidenschaft für die Kirsche. Diese findet sich dementsprechend in verschiedenen kulinarischen Kreationen auf den Speisenkarten wieder. Tipp: Wer auf der Terrasse Platz nimmt, kann direkt den Blick auf die Kirschplantagen genießen.


Christopher Marth betreibt in Nesselröden eine kleine, aber feine Kochschule – während des Lockdowns ging das zwar nicht, aber er behalf sich mit einem besonderen Angebot.

„Den Lockdown habe ich sehr gut überstanden“, sagt Marth in der Nachbetrachtung. Er habe Essen zum Abholen angeboten. „Dadurch hab ich viele Nesselröder kennen lernen dürfen“, freut er sich. Als die Restaurants wieder öffnen durften, habe er das Abhol-Angebot aber wieder eingestellt. „Einmal weil ich hauptberuflich Angestellter bin und wieder los musste – und weil ich auch direkt 50 Prozent weniger Abholer hatte.“

Mittlerweile gibt Marth wieder Kochkurse. Die Nachfrage sei zwar extrem gesunken, allerdings kann er derzeit ohnehin maximal sechs Personen annehmen. So könne er den Mindestabstand von 1,5 Metern gewährleisten. Jeder nutze dann eigene Messer und Küchengeräte, sodass es nicht zum Kontakt mit anderen Gästen kommt. Das habe aber auch Nachteile: „Ich muss dadurch alles mehrfach erklären und zeigen. Ich konnte sonst bis zu 14 Person annehmen.“ Das gehe im Augenblick nicht mehr. Seine Frau müsse jetzt immer mit dabei sein, um alles wieder zu desinfizieren, während er etwas erkläre. Auch der Berg an Wäsche steige immens: „Sofern ein Handtuch auf den falschen Platz gelegt wird, kommt es weg. Und der fremde Arbeitsplatz muss ein weiteres Mal desinfiziert werden.“

Und Marth beschreibt weitere negative Auswirkungen der Krise: „Was ich zu letzt sehr viel hatte, waren Feiern kleinerer Firmen oder einzelner Abteilungen. Das fällt komplett weg“, bedauert der Koch. Gern würde Marth wieder verstärkt Events mit Gastköchen. Menüabende und Sonderveranstaltungen anbieten. „Aber die fallen alle weg, solange die Abstandsregel besteht“, sagt er. So bleiben ihm und seinen Gästen im Moment nur die Kochkurse mit der geringeren Personenzahl.

Und doch versucht er, positiv nach vorn zu blicken: Wenn es die Regeln zulassen, soll am 14. September Alexander Rhode vom Gasthaus Rhode zum Koch-Event „Zwei gegen den Rest der Welt“ kommen.


Während die Gastronomie-Betriebe geschlossen bleiben mussten, haben viele von ihnen Angebote zum Abholen eingeführt – frische Produkte hierfür lieferte der Werderhof.

Im Hofladen vermarktet Cornelia Rabe unter anderem Produkte aus eigenem Anbau – und beliefert auch Gastronomie. „Unsere Öffnungszeiten haben wir mit Beginn der Krise wegen der steigenden Nachfrage schnell erweitert“, berichtet Rabe. Für die Sicherheit der Kunden und der Mitarbeiter sorge das eigens erarbeitete Hygiene-Konzept. „Neu war für uns, dass wir Stammkunden auf Wunsch während der Krise direkt nach Hause beliefert haben“, so Rabe weiter. Vorbestellungen per Mail und Anrufbeantworter konnten lange Wartezeiten im Hofladen verhindern.


Nach drei Jahren in Eschwege hat das Team des beliebten Thai-Restaurants „Yum Yum Sab“ vor gut einem Jahr ein zweites Lokal in Groß Ellershausen eröffnet – nach dem Lockdown ist es nun wieder für alle Fans frischer Thai-Speisen da.

„Yum Yum Sab“ steht für frisches, leckeres und bekömmliches Essen. „Das Gemüse ist super frisch und knackig, die thailändischen Enten knusprig, die Curries und Soßen aus besten Zutaten ohne Chemikalien, ohne Konservierungsmittel, ohne Glutamat“, betont Inhaberin Patcharee Pangam. Auf Wunsch sind alle Gerichte vegetarisch, viele auch vegan möglich. „Dazu bieten wir einen freundlichen und unkomplizierten Service – Sonderwünsche willkommen“, heißt es auf der Internetseite. Auch die Getränke-Auswahl kann sich übrigens sehen lassen, denn hier stehen beispielsweise auch Bio-Eistees, mehrere erlesene offene Bio-Weine, Bio-Biere sowie thailändische Biere auf der Karte. Bei den Speisen setzen Patcharee Pangam und ihr Team auf absolute Frische. „Nicht ist vorgekocht. Eine Mikrowelle gibt es nicht im„Yum Yum Sab“. Das hat zur Folge, dass die Zubereitung von Speisen manchmal etwas länger dauern kann – aber das nehmen die Gäste sehr gern in Kauf. Hier geht es eben um Qualität, nicht um Geschwindigkeitsrekorde.

Das Restaurant bietet auch einen Außerhaus-Verkauf mit Abholung sowie einen Lieferservice. Besonders Spaß macht eine aktuelle Online-Aktion: Für jedes Posting mit einem Foto vom leckeren „Yum Yum Sab“-Essen bei Google, Facebook, TripAdvisor oder Instagram laden die Betreiber den Gast zu einem Freigetränk ein. Und noch etwas ist besonders auf der vielseitigen Speisekarte des „Yum Yum Sab“: Jedes Gericht, egal ob mit oder ohne Chili, kann der Gast in den Schärfestufen„leicht“, „mittel“ oder „richtig thaischarf“ ordern. Die Gerichte ohne Chilischote sind zusätzlich auch in „mild“ („gar nicht scharf“) zu bestellen. Egal ob Riesengarnelen oder Kokosnusssuppe, ob Massaman-Curry oder hausgemachte Wan Tan – wer die Thai-Küche mag, dürfte hier voll auf seine Kosten kommen.
    

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