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Home Sonderthemen Gesundheit „Pflegende Angehörige vor besonderen Hürden“
14:15 26.07.2019
Sie nehmen das Tagespflege-Angebot der Malteser in Anspruch: Elisabeth Arend und ihre Mutter Frieda Fascher. FOTO: HARTWIG

Von Markus Hartwig  

Duderstadt. „Ich wollte sie nicht mehr alleine lassen“, sagt Elisabeth Arend. Ihre Mutter Frieda ist vor einem Jahr zu ihr gezogen, nachdem sie spürte, dass die tägliche Pflege ihrer Mutter morgens und nachmittags mehr und mehr Zeit in Anspruch nahm; die üblichen Handreichungen hatten wegen bestehender Demenz im Anfangsstadium einfach nicht mehr ausgereicht.

Schon zu der Zeit hatte Frieda Fascher die Tagespflege-Einrichtung der Malteser in Duderstadt seit zwei Jahren besucht, inzwischen nimmt die 91-Jährige den Service seit drei Jahren in Anspruch. Nach der morgendlichen Routine zu Hause beginnt der Tag bei den Maltesern um 9 Uhr; ab dem späten Nachmittag wird sie wieder von ihrer Tochter versorgt. „In der Tagespflege ist der Umgang mit Demenzkranken außerordentlich toll“, sagt Tochter Elisabeth.

„Der Tag beginnt bei uns mit dem gemeinsamen Frühstück um 9 Uhr. Später werden mit der Zeitungsrunde die gemeinsamen oder auch auf den Einzelnen zugeschnittenen Tagesaktivitäten eingeläutet“, beschreibt Christine Senger, Pflegedienstleitung in der Tagespflege. Zu diesem Zeitpunkt hat sich auch entschieden, wer welchen der zwölf Tagesgäste betreut und wie der Tag gestaltet wird.
          

Angebote und Aktivitäten

Nach einer Zwischenmahlzeit um 10.30 Uhr starten die Hauptaktivitäten mit Gedächtnistraining, gemeinsamem Kochen, Backen, Spaziergängen oder auch Marktbesuchen. Wer möchte, kann sich nach dem Mittagessen ab 13 Uhr zur Mittagsruhe begeben. Die Nachmittags-Beschäftigungen mit weiteren Gruppenangeboten und ein gemeinsamer Nachmittagskaffee ab 15 Uhr runden das Tagesangebot ab, ehe die ersten Teilnehmer ab 15.30 Uhr von ihren Angehörigen abgeholt werden. Grundsätzlich gilt: Das Tagespflege-Angebot wird geleitet von den Bedürfnissen des Einzelnen. „Gemeinsam mit den Angehörigen erarbeiten wir anfangs biografische Daten, die uns hilfreich bei der folgenden Betreuung sind“, beschreibt Senger. Ein „Plan B“ müsse aber immer parat liegen; dieser richte sich nach der jeweiligen Tagesform.

„Für eine Berufstätige ergeben sich bei der Pflege zu Hause besondere Hürden“, berichtet Elisabeth Arend weiter. Meistern kann sie diese auch aufgrund verständnisvoller Arbeitskollegen und dank einer darauf abgestimmten Arbeitszeit-Regelung mit ihrem Arbeitgeber.

Weiter lobt Arend: „Ich erhalte durch die Malteser Hilfestellung und Unterstützung, es ist immer wer ansprechbar. Dazu gehören auch die regelmäßigen Schulungen für Angehörige.“
            

Vor acht Jahren wurde der Katholische Pflegeverbund Duderstadt ins Leben gerufen, seit fünf Jahren sind die Malteser Mitglied in der Gemeinschaft. Grundidee für diesen Zusammenschluss war es, eine Stelle zu bieten, die sowohl informierenden als auch koordinierenden Charakter hat. Der Verbund bietet Hilfe bei der Pflege zu Hause, er informiert aber auch über Pflegeangebote von Krankenhäusern und Altenheimen. Er gibt Informationen zur Pflegereform und verschiedenen Betreuungsangeboten und unterstützt bei der Suche nach Fortbildungen und Ausbildungen im pflegerischen Bereich. Die umfassende Beratung und die persönliche seelsorgliche Betreuung sind dem Verbund wichtig. Als Gemeinschaft lässt sich dieser Anspruch gut erfüllen. Im Verbund engagieren sich die Malteser im Bereich der Tagespflege und der Pflegeausbildung. Beide Angebote orientieren sich an der Philosophie „Silviahemmet“, die eine selbstbestimmte Lebensweise erkrankter Menschen im Fokus hat. Hier bieten die Malteser auch extra für Menschen mit Demenz eine speziell ausgestattete Tagespflege an. Ziel der Pflegeausbildung an der Berufsfachschule der Malteser ist es, eine spannende, interessante und fachlich versierte Ausbildung zu bieten, die fit für den Pflegealltag macht. mah


Pflege zu Hause
Caritas Sozialstation Duderstadt (Schützenring 1), Ansprechpartner: Gerd Hegerkamp, Telefon: 05527 / 981316 Caritas Sozialstation Göttingen-Gleichen (Hauptstr. 23, Göttingen), Ansprechpartnerin: Christiane Koch, Tel.: 0551 / 705713

Tagespflege
Caritas Tagespflege Duderstadt (Schützenring 1), Ansprechpartnerin: Manuela Kunze, Tel.: 05527 / 981346; Malteser Hilfsdienst gGmbH / Tagespflege „Silviahemmet“ (Schützenring 6), Ansprechpartnerin: Jaqueline Haase, Tel.: 05527 / 989260 Caritas Tagespflege Gieboldehausen (Obertorstr. 60, Gieboldehausen), Ansprechpartnerin: Melanie Petroschka, Telefon: 05528 / 2003510

Pflege im Krankenhaus
St. Martini Krankenhaus Duderstadt (Göttinger Str. 34), Ansprechpartnerin: Katrin Magerkurth, Tel.: 05527 / 842201 Pflege im Altenpflegeheim St. Martini Altenpflegeheim Duderstadt (Göttinger Str. 34), Ansprechpartner: Olaf Barthel, Tel.: 05527 / 842402

Pflegeausbildung
Malteser Hilfsdienst gGmbH / Berufsfachschule Altenpflege / Ergänzungsschule Alltags- und Demenzbegleitung (Schützenring 6), Ansprechpartnerin: Jaqueline Haase, Tel.: 05527 / 989260
St. Martini Gesundheits- und Krankenpflegeschule Duderstadt (Göttinger Str. 34), Ansprechpartnerin: Ulrike Otto, Tel.: 05527 / 842500

Weitere Informationen ...
... über den Pflegeverbund gibt es auf pflege-in-duderstadt.de. Dort finden Interessierte auch zusätzliche Infos und Links zu den Einrichtungen. Für den gesamten Verbund steht Koordinator Frederic Jacobi montags und dienstags von 10 bis 13 Uhr unter Telefon 0151 / 40246835 als Ansprechpartner bereit. mr

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