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Home Sonderthemen Freizeit & Familie Kugeln und Klappersteine
13:47 05.02.2020
Vernissage von Spieleautor Reinhold Wittig (Mitte) in der Galerie am Thie in Bovenden. FOTO: HELLER

Bovenden. Wenn Senioren zu Kindern werden, dann hat jemand die Finger im Spiel, der selber bis ins fortgeschrittene Alter stets ein Spielkind geblieben ist: Reinhold Wittig, Künstler, Geologe, Spieleerfinder und vieles mehr, hat kürzlich seine Ausstellung in Bovenden eröffnet. 

Kugelbahnen, metallische Gebilde, Skarabäen und einige auf den ersten Blick seltsame Wesen und Gebilde aus Metall sind in der Alten Schule in Bovenden zu sehen. Dazu Plakate, die auf ehemalige Ausstellungen des Göttinger Multitalents Wittig hinweisen. Vor allem Kugelbahnen sind es, die noch bis Mitte des Monats in der Alten Schule in Bovenden zu sehen sind. Der Titel der Ausstellung lautet schließlich „vergnüglich rollt an uns vorbei, vier Drittel pi mal r hoch drei“. Ist das schon Kunst oder noch ein Spiel? Die Frage stellt man sich beim Blick auf die Objekte, die vielfach auch eine Spielefunktion haben.
        

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Wittig in der „Hall of Fame“

Zur Vernissage kamen so viele Besucher, dass der Raum, in dem der Künstler einen kleinen Vortrag hielt, aus allen Nähten platzte. Etliche Gäste mussten während der Einführung mit dem Flur vorliebnehmen. Zunächst begrüßte Thomas Minzloff, Gastgeber von den Bovender Kulturfreunden, die Besucher. „Reinhold Wittig ist wohl der einzige hier, der einen eigenen Wikipedia-Eintrag hat”, sagte Minzloff. Bislang hätten sich die beiden nicht persönlich kennengelernt, er freue sich umso mehr, dass es nun so weit sei. Wittig lasse sich nicht „auf einen Punkt einengen“. Zu vielseitig sei das Werk des Göttingers. Er sei wie das Chamäleon, das sich in manchen seiner Werke finde. Minzloff gab auch bekannt, dass Wittig erst vor wenigen Tagen eine besondere Auszeichnung bekommen habe. In den USA sei er in die Hall of Fame der „Academy of Adventure Gaming Arts & Design” aufgenommen worden. Soweit habe es noch kein Göttinger Künstler gebracht. „Das ist wie eine Seligsprechung beim Papst”, so Minzloff.
       

„Ich stehe hier, ich armer Tor und bin zufriedener als zuvor”, sagte Wittig zur Eröffnung. Allerdings sei er entsetzt, dass keine Kinder zur Vernissage gekommen seien. Wittig ist unter anderem als Urheber des Spieleautorentreffens in Göttingen, als Initiator des Planetenweges und als Inhaber des Spieleverlages „Edition Perlhuhn“ bekannt.
   

Spaß beim Ausprobieren haben die Besucher in der Alten Schule. FOTO: HELLER
Spaß beim Ausprobieren haben die Besucher in der Alten Schule. FOTO: HELLER

Der 82-jährige Göttinger hatte allerlei Kugeln mitgebracht, mit denen er das Publikum zum Mitmachen und Nachdenkenden anregte – beispielsweise natürliche Steine, die im Inneren rasseln, sogenannte Klappersteine. Wittig lässt die Besucher raten, wie aus einem Kreuz mit Kanthölzern ein Quadrat entstehen kann und was die Kugel, die als Marionette dient, wohl vorher einmal war. Kunst trifft auf Naturwissenschaft. Die Besucher lassen sich danach nicht lange bitten. Zunächst zeigt Wittig noch, dass auch die Rampe, die in die Alte Schule führt, eine prima Kugelbahn abgibt. Drinnen hat der Spieltrieb bereits die Besucher, darunter viele im Seniorenalter, gepackt. „Das macht Spaß“, findet eine Besucherin. BIB

Die Ausstellung (noch bis 16. Februar) ist in der Alten Schule Bovenden, Auf dem Thie 2, dienstags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr und sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

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