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Home Sonderthemen Freizeit & Familie In Lenglern wird es laut und lustig
15:40 25.09.2019
Das Volkstheater Lenglern probt unter Leitung von Manuela Förster (gelber Pullover) das Stück „Der Heiler von Lenglern“. FOTO: RICHTER
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Lenglern. Es wird laut und lustig in der Lenglerner Mehrzweckhalle, denn es wird Theater gespielt: „Der Heiler von Lenglern“ wird am Sonnabend, 28. September, um 20 Uhr zum ersten und einzigen Mal aufgeführt. Und wenn das Stück des Volkstheaters Lenglern nur halb so witzig wird wie die Probe, können sich die Zuschauer auf einen großen Angriff auf die Lachmuskeln bereitmachen.

Seit Juni proben die Darsteller für das auf „Der Heiler von Wintersheim“ von Bernd Kietzke basierende Theaterstück, das auf den Ort umgemünzt wurde. Die Geschichte dreht sich um den Lenglerner Arzt Doktor Johann Bacchus (gespielt von Burkhard Schmidt), der sich zum Albtraum der Krankenkassen und Ärztekammer entpuppt. Schließlich gibt es dank seiner unorthodoxen Heilmethoden, nämlich Lenglerner Wein und deftige Hausmannskost, keine Krankheitsfälle mehr im Ort. Die Inspiration erhält der Doktor durch „aufopferungsvolle Eigenbehandlung“, wie er sagt.

Kurort Lenglern?

„Lenglern ist vollkommen gesund“, betont Manuela Förster, die die Theatergruppe leitet. Und die Bürgermeisterin Minna Moritz (Cornelia Borchert) möchte nun einen Kurort aus Lenglern machen. Dafür benötigt sie aber die Hilfe des Arztes. „Ich sehe mich in einer Reihe mit Galileo, Columbus und Ghandi“, sagt sie, worauf die freche Putzfrau Ambrosia Teufel (Conny Stuhrhahn) erwidert: „Wohl eher Attila und Dschingis Khan.“ Der Trubel beginnt erst richtig, als mit Hans Werthmann (Andreas Beckermann) ein Abgesandter der Ärztekammer auftaucht, der sich von Bacchus in die Geheimnisse der Lenglerner Heilkunde einweihen lässt.

Bereits zum 19. Mal stehen die Laien-Darsteller in Lenglern auf der Bühne. Andreas Beckermann, der den immer mehr zum Alkoholiker mutierenden Vertreter der Ärztekammer spielt, hat bislang nur einmal ausgesetzt. Zum Theaterspielen kamen die Lenglerner zufällig, als sie das Kirmesprogramm neu aufstellten. „Wir haben vor vielen Jahren festgestellt, dass Tanzabende nicht mehr so gefragt waren“, erläutert Förster. Also habe sie bei Theatergruppen angefragt, ob sie nicht während der Kirmes spielen könnten. „Da niemand wollte, habe ich gesagt: Dann machen wir es selbst.“

„Als Du mich gefragt hattest, ob ich nicht Theater spielen wolle, habe ich zugesagt, ich dachte, es wäre ein Sketch“, stichelt Beckermann und lacht: „Keiner hat mir gesagt, dass es ein Drei-Akter ist.“ Im echten Leben ist er Polizist, nun spielt er den Kontrolleur der Ärztekammer. Bei der Probe steht er mit um den Kopf gebundener Krawatte, halb-zerrissenem Sakko und aus der Hose hängendem Hemd da, um den Besoffenen zu mimen – „alles nur gespielt“, betont er.

Eine Komödie in drei Akten

Die zehn Laien-Schauspieler haben Spaß bei den Proben, der Set – die Arztpraxis – ist karg, aber liebevoll ausgestattet. Die Spielfreude springt augenblicklich auf den Zuschauer über, und wenn der Text mal etwas holpert, springen die Souffleusen (Annette Tostmann und Cristina Guilherme) ein. „Die Proben laufen gut“, sagt Förster. Die Verwaltungsangestellte der Stadt spielt Sprechstundenhilfe Lore Ley, die „das Chaos in der Praxis organisiert“. Weiteren Rollen: Wilma Öfter (Sabine Fey), Chantal Bollermann (Jenny Rittmeier), Max Moritz (Devin Cyrenius), Lisa Groß (Mareike Oheim) und Ebby Kühlmann (Jonas Renneberg). TC

Die Komödie wird in drei Akten zu je 40 Minuten aufgeführt, dazwischen gibt es jeweils 15 Minuten Pause. Karten gibt es nur an der Abendkasse.

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