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Home Sonderthemen Gesundheit Harnsteine – Vermeidung und Behandlung
13:21 04.02.2020
Größenvergleich: Neben einem 1-Cent-Stück sehen Harnsteine klein aus. Sie verursachen aber meist heftige Schmerzen. FOTO: EKW
Urologie: Harnsteine

Harnsteine können lange Zeit unbemerkt bleiben, um sich dann plötzlich mit einer schmerzhaften Kolik bemerkbar zu machen. Wir haben mit Prof. Dr. Hans-Werner Gottfried, Chefarzt der Abteilung Urologie und Kinderurologie des Evangelischen Krankenhauses GöttingenWeende, gesprochen.

Wie oft kommen Harnsteine vor?

Sie sind eine Volkskrankheit, Männer sind häufiger betroffen. Wer einmal einen Harnstein hatte, dessen Risiko ist erhöht, wieder einen zu bekommen.
          

Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende - Dr. Bernhard Schupfner

Welche Risikofaktoren gibt es?

Eine ungesunde Lebensweise begünstigt das Entstehen von Harnsteinen: Zu wenig Bewegung, unausgewogene Ernährung und Übergewicht. Außerdem gibt es eine genetische Disposition für Harnsteine.

Welche Rolle spielt der Flüssigkeitshaushalt?

Ausreichend zu trinken – und damit meine ich Wasser und nicht zuckerhaltige Erfrischungsgetränke – beugt Harnsteinen vor und ist sehr wichtig.

Wieviel bedeutet „ausreichend“?

Menschen, die aufgrund einer genetischen Disposition zur Steinbildung neigen, sollten regelmäßig kontrollieren, ob sie am Tag zwischen 1,5 und 2 Liter Urin ausscheiden. Dazu müssen wesentlich mehr Flüssigkeit als zwei Liter getrunken werden. An einem heißen Sommertag oder bei starker körperlicher Anstrengung kann das schon einmal mehr als das Doppelte sein.

Was sind die Behandlungsschritte, wenn ein Harnstein eine Kolik ausgelöst hat?

Der Arzt wird zunächst ein Medikament gegen die meist heftigen Schmerzen verordnen. In jedem Fall ist eine weitere Abklärung bei einem Urologen notwendig. Auch dann, wenn es die erste Kolik war und die Beschwerden nach der Einnahme von Schmerzmitteln wieder abgeklungen sind. Der Urologe wird abklären, ob die Gefahr besteht, dass es durch den Stein zu einem Harnstau kommen kann. Im ungünstigsten Fall kann eine schwerwiegende Schädigung der Niere oder eine lebensbedrohliche Blutvergiftung auftreten.

Manchmal werden bei einer allgemeinen Ultraschalluntersuchung zufällig Nierensteine entdeckt. Was ist zu tun?

Werden kleine Nierensteine bemerkt, müssen sie nicht zwingend behandelt werden. Es muss aber unbedingt eine regelmäßige Kontrolle sichergestellt werden. Grundvoraussetzung hierfür ist, dass die Steine keine Schmerzen bereiten und auch keine Harnwegsinfekte verursachen. Auch hier empfehle ich in jedem Fall, einen Urologen aufzusuchen. r

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