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04:51 13.05.2021

Das Schloss in Gieboldehausen bekommt keinen Anbau. Dies ist das Ergebnis eines Bürgerentscheids: 1556 Wahlberechtigte gaben ihre Stimme ab (Wahlbeteiligung: 48,34 Prozent), 1250 sprachen sich gegen einen Anbau aus. Nach der Entscheidung sprach Angelika Rohland von einem „geschichtsträchtigen Tag“. „Erstmals haben die Bürger in Gieboldehausen die Demokratie neu belebt und ein klares Votum für die Erhaltung des Schlosses abgegeben“, sagte die Vorsitzende der Freien Wähler Gemeinsam für Gieboldehausen (FW GfG) und eine der BürgerInitiatoren (BIS), die das Bürgerbegehren gegen den Ratsbeschluss und schließlich den Bürgerentscheid initiiert hatte. „Die Demokratie funktioniert noch“, befand Ortsheimatpfleger Alois Grobecker, ebenfalls einer der BIS-Initiatoren. Die Arbeit der vergangenen Monate habe sich gelohnt.

Für die Vorsitzende der CDU-Fraktion, Katharina Sommer, ist es „schade“, dass die Bemühungen der Verwaltung keinen Zuspruch fanden: „Wir haben an die Idee, und daran, dass es machbar ist, geglaubt“, sagt sie. Doch auch, wenn das Ergebnis jetzt anders ausgefallen ist, als aus ihrer Sicht erhofft, sei es für sie okay. Sie finde es erstaunlich und toll, dass sich so viele Gieboldehäuser an dem ersten Bürgerentscheid im Flecken beteiligt hätten. Jetzt müsse man zum einen sehen, wie es weitergehe – und zum anderen hoffen, dass nach der Sanierung alle zufrieden sind.

Bürgermeisterin Maria Bock (CDU) nahm die Niederlage sportlich: „Der Bürger hat entschieden. Er möchte keinen Anbau.“ Sie sei vom Ergebnis nicht enttäuscht, sondern nur darüber, dass man „eine einmalige Chance“ habe verstreichen lassen, das Schloss mit Fördermitteln umzubauen und bezahlbar Barrierefreiheit zu schaffen. „Jetzt müssen wir schauen, was uns die Sanierung kostet“, sagte sie. Doch nahm sie auch Positives aus der Abstimmung mit: „Ich finde es richtig gut, dass so viele Bürger abgestimmt haben“, sagte sie. „Wenn das bewirkt, dass sich jetzt mehr Leute für Kommunalpolitik interessieren, freut es mich.“ ve
       

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