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Home Sonderthemen Freizeit & Familie Gerblingerode
11:18 31.01.2019
Eine der neuen Viktoria-Sparten: Line Dance mit Gerblinge Rodeo. FOTO: R

Deutsche Eiche“ nannte sich der Turnverein, den 15 Sportler 1912 in Gerblingerode gegründet worden haben. Heute heißt er Sportverein Viktoria und zählt 500 Mitglieder.

Prägten anfangs die Turner den Verein, so liefen ihnen später die 1922 dazu gekommenen Fußballer den Rang ab. Mit drei Mannschaften bilden sie die tragende Säule. Doch entstanden daneben im Laufe der Jahre eine Reihe weitere Sparten: Aerobic und Zumba, Line Dance und Volleyball.


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„Die Aerobic-Sparte, die immer montags in der Gerblingeröder Sporthalle an der Kolbestraße 1 trainiert, ist von Maria Mühlhaus und mir 1996 gegründet worden“, berichtet Birgit Nörthemann.


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Anfangs seien sie zu zehnt gewesen. Heute machten 40 Frauen mit, 30 davon aktiv. Montagabends nutzt Bianca Deppeners Line-Dance- Gruppe ,,Gerblinge Rodeo“ die Sporthalle. Die Übungsleiterin lernte den Westerntanz, bei dem die Teilnehmer zu Countrymusik in einer Linie tanzen, 2015 während eines Kuraufenthalts kennen. Wieder daheim knüpfte sie Kontakte zu Line Dancern in Bilshausen, Osterode, Ecklingerode und Ebergötzen.


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„Weil ich nicht so viel fahren wollte, habe ich im April 2016 meine eigene Gruppe in Gerblingerode gestartet“, erzählt Deppener. 24 Cowgirls und ein Coyboy seien sie mittlerweile. Die Gruppe wachse seit einem Neustart im vergangenen Jahr stetig. Gelegentlich träten sie auch auf, etwa in diesem Jahr während des Faschingwochenendes. mic

Immingerode

Bernd Klingebiel FOTO: R
Bernd Klingebiel FOTO: R

Eine der ältesten Glocken des Eichsfelds hängt im Immingeröder Kirchturm. Weil sich das Instrument aus dem 12. Jahrhundert nicht elektrisch betreiben lässt, ist es nur noch selten zu hören. „Im Eichsfeld gibt es noch eine Hand voll mittelalterlicher Glocken aus dem 12. und 13. Jahrhundert“, berichtet der Göttinger Glockensachverständige Andreas Philipp. Das 65 Kilogramm schwere Exemplar, das einst zur Evangeliumslesung geschlagen worden sei, weise die altertümliche Zuckerhutform auf. Diese sei dann durch die sogenannte gotische Rippe, eine Entwicklung des 13. Jahrhunderts, verdrängt worden. Die gotische Rippe gelte bis heute als typische Glockenform.

„Ähnlich alte Glocken wie in Immingerode finden sich zum Beispiel noch in Mingerode oder in Großbodungen“, weiß Philipp. Andere Stücke seien im Laufe der Jahrhunderte aufgrund von Materialermüdung zerborsten, bei Kirchenbränden geschmolzen oder für Kriegszwecke missbraucht worden. So hätte sich auch vom Immingeröder Geläut nur die Evangelienglocke erhalten.

„Als das Geläut elektrifiziert wurde, war die kleine Glocke nicht dabei“, ergänzt Bernd Klingebiel, der von 1983 bis 2016 Immingerodes Ortsheimatpfleger war. Der Strick, mit dem er in seiner Jugend als Messdiener das Instrument geläutet hätte, sei noch vorhanden. Das Läuten sei nicht schwer. Man müsse jeweils, kurz bevor wenn die Glocke zurückschwinge, fest am Strick ziehen. Dann schlage der Klöppel gegen das Instrument.

„Jahrzehntelang hing die Glocke – von den Bürgern weitgehend vergessen – im Glockenstuhl“, sagt Klingebiel. Anlässlich des 300-jährigen Jubliläums des Kirchenneubaus von 1718 hätte er sie mal wieder geschlagen. Das wollten Kirchenvorstand Karl Rathswohl und er nun zu ausgewählten Anlässen wiederholen.


Ortsbürgermeister Bernd Frölich FOTO: R
Ortsbürgermeister Bernd Frölich FOTO: R

Um eine Hand voll Familien aus Afghanistan kümmern sich 15 ehremantliche Helfer in Nesselröden. So intensive Betreuung wie zu Beginn im April 2016 ist allerdings nicht mehr notwendig.

„Am Anfang war zum Beispiel meine Hilfe bei der Vermittlung einer Wohnung nötig“, erinnert sich Helferin Sonja Zwingmann. „Es fehlten Teppiche und Sofa, Kuhlschränke und Kinderwagen“, erzählt Helferin Gita Kleyer-Heinrich. Über WhatsApp hätten sie das Nötige organisiert.

Nach wie vor Unterstützung brauchen die Flüchtlinge beim Briefverkehr mit den Behörden. „Wenn ich amtliches Schreiben auf Farsi beantworten müsste, wäre ich auch schnell am Ende“, meint Ortsbürgermeister Bernd Frölich (CDU). Er hat den Helferkreis gemeinsam mit Ortsratskollegen und engagierten Bürgern gegründet. Eine Herausforderung bleibt die Verbesserung der Deutschkenntnisse.

„Ich habe mich früher jeden Tag mit einer afghanischen Mutter, die mit ihren vier Söhnen bei uns im Haus wohnte, zum Deutschlernen getroffen“, erzählt Kleyer-Heinrich. Der Analphabetin falle das Lernen nicht leicht. Den Jungen habe sie bei den Hausaufgaben geholfen, sagt die ehemalige Lehrerin. Die Kontakte seien lockerer geworden, seit die Familie nach Duderstadt gezogen sei.

Die Asylanträge der Familie seien zwischenzeitlich abgelehnt worden, weiß Kleyer-Heinrich. Die Afghanen würden nun nur noch geduldet. Das bedeute eine große Belastung für die Mutter und ihre Söhne. Dabei seien die Jungen gut integriert. Der Älteste mache eine Ausbildung zum Altenplegeassistenten. Zwei der Jungen besuchten die Astrid-Lindgren-Schule in Duderstadt, einer die Berufsbildenden Schulen.

Nicht mehr so intensiv wie im ersten Jahr sind die Kontakte der Helfer untereinander.


Tiftlingerode

1984 ist sie abgerissen worden: Mario Diederichs Modell von Tiftlingerodes alter Kirche. FOTO: R
1984 ist sie abgerissen worden: Mario Diederichs Modell von Tiftlingerodes alter Kirche. FOTO: R

Tiftlingerodes alte Kirche, 1984 abgerissen, möchte Ortsheimatpfleger Mario Diederich in digitaler Form auferstehen lassen. Ein Modell hat er bereits erstellt. Es steht in einer Glasvitrine im ehemaligen Altarraum der alten Kirche auf dem Tiftlingeröder Dorfplatz. Digitalisieren will Diederich auch die von ihm verfasste Ortschronik, deren ersten beiden Bände 2004 und deren dritter Band 2018 erschienen sind. Mit der Arbeit an der Chronik hat Diederich begonnen, als ihn die Stadt Duderstadt auf Vorschlag des Orsrates Tiftlingerode zum Ortsheimatpfleger ernannte. Über Jahre recherchierte der Dorfchronist in Archiven und Bibliotheken. Auch Pfarrarchive wertete er aus. Er ordnete das Material und wertete es aus. 936 Seiten stark sind die ersten beiden Bände, zu denen auch ein Ortsfamilienbuch, ein Häuserbuch und eine historische Karte gehören.

14 Jahre später folgte der dritte Band, der 544 Seiten zählt. Alle drei Bücher gibt es beim Ortsbürgermeister, Gerd Goebel (CDU), und beim Ortsheimatpfleger zu kaufen.

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