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Home Sonderthemen Bauen & Wohnen Gekonnt in Szene gesetzt
11:02 29.06.2018
Geschickte Platzierung von Lichtquellen kann den Garten auch noch am Abend und in der Nacht erstrahlen lassen. FOTO: BGL

Gärten werden zumeist für die hellen Stunden des Tages gestaltet – harmonische Farbkombinationen werden gewählt, strukturierende Sträucher gepflanzt und Sitzplätze so angelegt, dass man möglichst lange die Sonne genießen kann. Sobald es jedoch Abend wird, verschwinden diese gut durchdachten Elemente mehr und mehr im Dunkel der Nacht und ein Blick aus dem Fenster zeigt bestenfalls eine Spiegelung des Innenraums. Mit einer gekonnten Wahl von Lichtquellen und einer geschickten Platzierung können Fachleute das Grün hinter und vor dem Haus so inszenieren, dass es auch während der Abendstunden noch wirkt.

Nicht die Nacht zum Tag machen

Der Reiz der Nacht liegt gerade in der Dunkelheit – ohne sie verblassen die Sterne am Himmel, das Licht des Mondes verliert seinen Schimmer und die mysteriöse Stimmung schwindet. Diesen Zauber zu erhalten und trotzdem den Garten ausreichend zu erhellen, ist eine Kunst für sich. 

Denn zu viel Licht führt schnell dazu, dass man sich wie auf einem grell erleuchteten Fußballfeld fühlt. Ein professionelles Lichtkonzept hingegen erzeugt eine sinnvolle Beleuchtung, die Sicherheit und Orientierung gibt – ohne die Nacht zum Tag zu machen. „Mehr ist nicht immer auch gleich besser“, erklärt Michael Henze, Umweltreferent im Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL). „Ganz im Gegenteil: Zu viel oder zu helle Beleuchtung kann sogar dazu führen, dass sich die Sicht verschlechtert. Zum Beispiel, wenn man unangenehm geblendet wird oder außerhalb der beleuchteten Bereiche nur noch Schwarz sieht.“ Landschaftsgärtner setzen daher, anstatt auf Quantität, auf eine gut durchdachte Verteilung weniger, individuell ausgewählter Lichtquellen.

Safety first

Vor allem die stark frequentierten Bereiche des Gartens, wie der Vorgarten, Treppen oder Wege, sollten beleuchtet sein. In den Boden eingelassene Strahler können beispielsweise die Grenze der Terrasse markieren, ohne zu stören, und Pollerleuchten sicheren Weges durch den Garten führen. Licht im und um den Gartenteich herum kann verhindern, dass Gäste oder Kinder ins Wasser fallen – und sorgt zugleich für eine fast schon mystische Atmosphäre. Ein Pavillon bietet sanft erhellt auch während der Abendstunden einen gemütlichen Sitzplatz. Für solche Bereiche wählen die Experten für Garten und Landschaft gerne diffuses Licht – dieses verringert Hell-Dunkel-Kontraste sowie starken Schattenwurf und erleichtert die Orientierung.

Tiefenwirkung erzeugen

Neben einer verbesserten Sicht, können Fachleute mit einer individuellen Beleuchtung auch künstlerische Effekte erzielen, indem sie unter anderem markante Elemente eindrucksvoll in Szene setzen. Die knorrige, blattlose Krone eines winterlichen Baums wirkt von unten angestrahlt spektakulär. Beleuchtete Farne, Gräser oder romantische Statuen erscheinen beeindruckend dramatisch. Die Struktur einer alten Steinmauer kommt mit indirektem Licht wunderbar zur Geltung und die trockenen Blütenstände von Stauden werfen einen effektvollen Schatten an die Hauswand. „Durch das Beleuchten von Pflanzen und Dekorationen im hinteren Gartenbereich macht man ganz nebenbei die Grenzen des Gartens kenntlich“, betont Henze. „Das ist allein aus Sicherheitsgründen empfehlenswert, denn ungebetene Eindringlinge werden bekanntermaßen von Licht abgeschreckt. Zudem erzeugt man eine angenehme Tiefenwirkung, die den Blick aus dem Fenster interessant macht.“ Wichtig ist, dabei auch auf die Nachbarn Rücksicht zu nehmen – ein direkter Lichteinfall auf das angrenzende Grundstück oder die dauerhafte Beleuchtung des Gartens ist nicht ratsam. Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren sind hier eine gute Lösung.

Vom Fachmann machen lassen

Wie immer bei Arbeiten mit Strom ist es ratsam, diese von einem Fachmann installieren zu lassen, um die Sicherheit von Mensch und Tier zu gewährleisten. Landschaftsgärtner kennen sich mit den entsprechenden Richtlinien aus. Zudem besitzen viele Landschaftsgärtner eine Zusatzqualifikation um bestimmte elektrotechnische Arbeiten im Garten auszuführen. Bei Bedarf schließen sie sich mit Elektrikern oder Lichtplanern zusammen. So ist eine fachgerechte Verlegung der Leitungen garantiert und der Garten kann in neuem Licht erstrahlen. BGL

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