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Home Sonderthemen Job & Karriere Fremdsprachen als Kompetenz stärken
11:07 19.11.2018
Gründerinnentag 2017, Netzwerk-Plattform für Unternehmerinnen und gründungsintessierte Frauen.
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Ein wichtiges Stichwort im Rahmen der Beschäftigungsförderung ist immer wieder das Wort Synergie.

Besonders deutlich wird dies beim Dolmetscherdienst. Seit 2016 besteht das Projekt, das Langzeitarbeitslosen die Möglichkeit bietet, ihre Kernkompetenz gewinnbringend einzusetzen. „Unsere Dolmetscher sind zwar nicht offiziell vereidigt, aber sie bringen dafür ganz eigene Kompetenzen mit in ihren Dienst“, erläutert Maike Lotze, Abteilungsleiterin des Bereichs Gründung, Beratung und Coaching der BFGoe. Vor ihrem ersten Einsatz als Dolmetscher werden die Teilnehmer des Programms intensiv geschult und auf ihre Aufgaben vorbereitet. Dazu gehört neben einer pädagogischen Betreuung auch die Möglichkeit zur Supervision, denn nicht immer sind die Aufgaben, zu denen die Dolmetscher zu Rate gezogen werden, leichte Kost. „Zu ihren Aufgaben gehört die Begleitung von Geflüchteten, die Unterstützung bei Formalitäten, das Übersetzen bei Ämtern und Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen“, erklärt Lotze. Allerdings kann die Übersetzungshilfe auch etwa bei Besuchen im Krankenhaus angefordert werden. Lotze betont, dass die Teilnehmer erst lernen müssten, nicht zu kommentieren oder zu interpretieren, sondern eins zu eins wiederzugeben, was gesprochen werde. „In der Ich-Perspektive zu bleiben, ist eine Herausforderung“, konkretisiert Lotze. Die Dolmetscher dürften sich nicht selbst einbringen, sondern seien eben Vermittler zwischen den beteiligten Parteien.


Die Teilnehmer müssen erst lernen, nicht zu kommentieren oder zu interpretieren, sondern eins zu eins wiederzugeben, was gesprochen wird.


Die Teilnehmenden erhalten eine Mehraufwandsentschädigung zu ihrem Arbeitslosengeld II. Wichtiger ist, dass sie durch ihre Tätigkeiten und die gebotene Struktur wieder an den ersten Arbeitsmarkt herangeführt werden. „Das Ziel ist den Teilnehmern aufzuzeigen, dass ihre Fähigkeiten besonders sind und einem sinnvollen Zweck dienen können“, stellt Maike Lotze den gewinnbringenden Faktor für die Langzeitarbeitslosen ins Zentrum. So sei es möglich den Menschen den Wert ihrer Arbeit zu vermitteln und ihnen die Möglichkeiten des Arbeitsmarkts oder weiterer qualifizierender Maßnahmen nahezubringen.

Das Portfolio des Dolmetscherdienstes ist ebenso beeindruckend wie die Bilanz: 15 bis 20 Sprachen seien bereits vertreten gewesen, neben Arabisch und Türkisch auch etwa Russisch, Farsi und Vietnamesisch sowie einige afrikanische Dialekte. Seit 2016 haben 28 Personen an dem Projekt teilgenommen und davon konnten bereits 13 in weiteren Maßnahmen ihre Fähigkeiten vertiefen, in ein Arbeitsverhältnis gelangen oder sogar ein Studium aufnehmen.


FOTO: R
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Bis zu 70 Kilogramm schwer sind die Thermen, welche die Fahrer des Fahrdienstes täglich erfolgreich händeln. Besonders tricky: Unfallfrei über Schwellen und Unebenheiten zu navigieren. Und pünktlich durch den Göttinger Verkehr zu lenken.

Schließlich warten jeden Tag hungrige Kinder und Jugendliche in Schulen und Kindergärten auf die Mittagsverpflegung. Da ist es Ehrensache für die Mitarbeiter, dass etwa die Nudelsauce oder Suppe vollständig bei den kleinen Empfängern ankommt.

Gekocht wird das Mittagessen in den drei Produktionsküchen in der neuen IGS Weende, der IGS Geismar sowie der Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Den körperlich schweren Job meistern die Mitarbeiter in der Regel ausgezeichnet, es gebe „kaum Reklamationen“, so Maike Lotze von der BFGoe.

Seit 2017 beschäftigt der Fahrdienst Menschen, die zu Teilen aus der AGH-Quartierarbeit stammen oder die in Flüchtlingsprojekten überzeugt haben. Natürlich gibt es auch Mitarbeiter, die unabhängig von BFGoe-Projekten zum Team gestoßen sind. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie durch die Arbeit beim Fahrdienst nachhaltig auf dem ersten Arbeitsmarkt angekommen sind.

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