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Home Sonderthemen Gesundheit Folgen abschwächen
13:54 03.04.2019
Die Einbeziehung der Senioren in alltägliche Abläufe ist wichtig für die Behandlung von Demenzpatienten. FOTO: DVE

Wirtschaftliche Argumente sprechen ebenso dafür wie gesamtgesellschaftliche Verpflichtungen und der Inklusionsgedanke: Möglichst viele Menschen sollten ihren Lebensabend autark oder im Kreise ihrer Lieben verbringen können.

Damit dies auch bei Menschen mit Demenz für alle Beteiligten bestmöglich funktioniert, empfiehlt die Expertin Ann-Kathrin Blank, früh mit der Beratung und Unterstützung der Betroffenen zu beginnen.

„Alles, was ein Demenzkranker tut, hat einen Sinn.“, wirbt die Ergotherapeutin um mehr Verständnis für Menschen mit Demenz „Sie wollen sich selbst spüren.“ Die nachlassende Körperwahrnehmung ist der Grund, warum es bei vielen Betroffenen im Verlauf der Erkrankung zu Handlungen kommt, die für die Außenwelt absurd und unverständlich scheinen.

Um dieser unaufhaltsamen Entwicklung entgegenzuwirken und die Folgen möglichst lange hinauszuzögern oder abzuschwächen, raten Ergotherapeuten Menschen mit einer beginnenden Demenz weiter Sport zu treiben und in Bewegung zu bleiben. Zusätzlich zu solchen Maßnahmen, die die Körperwahrnehmung stabilisieren, wirken Ergotherapeuten der nachlassenden Muskelanspannung mit Bewegungsspielen und Wahrnehmungsstimulation entgegen.

Auch stärken sie die Fähigkeiten und Ressourcen ihrer Patienten auf körperlicher und auch auf seelischer Ebene. So verleihen sie ihnen mehr Widerstandskraft gegenüber der Stigmatisierung von außen.

„Gegen das Fortschreiten der Demenz lässt sich kaum etwas tun; gegen die Auswirkungen auf den Alltag hingegen schon.“, so die Ergotherapeutin. Die Hände gehören zu den wichtigsten Sinnesorganen. Indem sie sie alltägliche Dinge verrichten lassen, fördern Ergotherapeuten diesen Wahrnehmungssinn. Parallel klären sie die Angehörigen auf. Erläutern beispielsweise, dass es wichtig ist, schwere Gegenstände zu verwenden, um das Spüren mit den Händen, das ‚Begreifen‘, zu fördern. Dank dieser wissenschaftlich fundierten Vorgehensweise gelingt es, Menschen mit Demenz so zu befähigen, dass die Angehörigen sie in alltägliche Handlungen wie Haushalt & Co. sinnvoll einbeziehen können. DVE

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