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Home Sonderthemen Bauen & Wohnen Erfolgreiche Handwerksgeschichte: Die Tischlerei Welling feiert 75-jähriges Bestehen
05:39 02.09.2019
Das Team der Tischlerei Welling ist bereit für den Weg in die Zukunft. FOTO: MISCHKE

Von Markus Hartwig  

Göttingen. Seit 75 Jahren gibt es die Bau- und Möbeltischlerei Welling. Tischlermeister Josef Welling gründete das Unternehmen in der Göttinger Innenstadt, der erste Unternehmenssitz war an der Barfüßer Straße 19. Dort startete man mit der Produktion von Fenstern.

Als Wellings Sohn Hans 1962 seine Technikerprüfung ablegte und vier Jahre seinen Meisterbrief empfing, war es für die Tischlerei an der Zeit, den Unternehmensstandort zu wechseln. Man zog in das neu errichtete Firmengebäude in der Benzstraße 10. Dort ist das Unternehmen auch heute noch ansässig.
        

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Als Triebfeder wirkt Expansion

Expansion war schon immer die Triebfeder der Bau- und Möbeltischlerei Welling. Der neue Standort kam gelegen, denn er bot nun auch genügend Platz für eine große Produktionshalle: beste Voraussetzungen für Hans Welling, der die Firma 1970 von seinem Vater übernommen hatte. Mit der Anschaffung einer CNC-Maschine – mit der, wie Christoph Welling erzählt, auch in der Industrie gefertigt wurde – erarbeitete sich die Tischlerei ab 1987 mit der individuellen Möbelfertigung ein weiteres Standbein.

Im Jahr 2000 trat Hans Wellings Sohn Christoph mit bestandener Meisterprüfung sowie zusätzlichem Abschluss als staatlich geprüfter Techniker und Betriebswirt des Handwerks in die Firma ein.
           

Investitionen in die Zukunft

Seit 2002 wirkt er als Geschäftsführer und verantwortet die fortlaufenden Investitionen in moderne Technik und Software – eine Aufgabe, die für die weitere Zukunft des Unternehmens maßgeblich sein wird. 2010 hat Hans Welling den Betrieb komplett an seinen Sohn übergeben.
         

Das Unternehmen investiert in den Folgejahren weiter in moderne Technik: Ein neues CNC-Bearbeitungszentrum mit zwei Werkzeugwechslern und automatischer Konsolenpositionierung wird angeschafft, wenig später folgt eine neue Breitband-Schleifmaschine mit Diagonal-Schleiftechnik zur perfekten Bearbeitung hochwertiger Oberflächen. Seit 2011 ist Diplom Ingenieur Roland Niessen Partner im Unternehmen.

Die Tischlerei arbeitet mit dem Zeitgeist. Dank der fotorealistischen 3D-Visualisierung können sich die Kunden Wellings über einen besonderen Service freuen: die Möglichkeit, geplante Möbel und Einrichtungen schon vor der Fertigung ganz genau zu betrachten. Um den individuellen Kundenansprüchen auch in ihrer Umsetzung gerecht zu werden, wird 2013 für die Möbelherstellung eine neue Lager- und Fertigungshalle errichtet, in die 2014 die neue vollautomatische Säge-Lager-Kombination einzieht.
          

Blick in die ehemalige Fertigungshalle der Tischlerei Welling - so sah es früher aus. FOTO: R
Blick in die ehemalige Fertigungshalle der Tischlerei Welling - so sah es früher aus. FOTO: R

„Es geht nicht mehr ohne Technik“

Der Geschäftsführer der Tischlerei Welling zieht im Jubiläumsjahr Bilanz: „Es geht nicht mehr ohne Technik“, sagt Christoph Welling. Die Arbeit des Unternehmens habe sich seit seinen Anfängen kontinuierlich gewandelt. Im Jahr 1987 hielt die erste CNC-Maschine Einzug in den Betrieb – heute ist der Handwerksbetrieb hoch technisiert: Allein seit 2017 hat das Unternehmen in zwei neue Anschaffungen investiert.

Hochwertige Tischlerarbeiten

Zuerst kam eine High-Tech-Maschine, die Möbelplatten mit einer sogenannten Null-Fuge an den Kanten versieht – so bleiben keine Fugen oder Nahtstellen an den Kanten zurück. „Mit dieser Maschine werden die Möbel nicht nur optisch noch hochwertiger, sondern zudem auch wasserresistenter oder sogar wasserfest“, weiß Welling.

Ein Jahr später professionalisiert sich der Betrieb erneut: Die Anschaffung eines zusätzlichen „Bearbeitungszentrums“ ermöglicht, Möbelplatten in vertikaler Ausrichtung zu bearbeiten.
           

Blick in die aktuelle Fertigungshalle der Tischlerei Welling – so sieht es heute aus. FOTO: R
Blick in die aktuelle Fertigungshalle der Tischlerei Welling – so sieht es heute aus. FOTO: R

Die Zukunft seines Betriebs sieht Christoph Welling, dessen Team aus 18 Mitarbeitern besteht, in einer fortlaufenden Modernisierung, die das Traditionsunternehmen auf dem neuesten Handwerksstandard hält. Im Fertigungsbereich kommen Maschinen mit CNC- und SPS-Technik zum Einsatz. „Zusammen mit präziser EDV- und CAD-gestützter Planung sowie dem handwerklichen Können unserer erfahrenen und qualifizierten Mitarbeiter sind wir in der Lage, qualitativ hochwertige Tischlerarbeiten zu garantieren.“

Die Technik liefert die Basis zum Fertigen von Einzelmöbeln bis hin zu kompletten Einrichtungen für den gesamten Privat- und Geschäftsbereich. Die Expertise liefern die hoch qualifizierten Mitarbeiter. Einen Schwerpunkt sieht Welling dabei in der Herstellung von Mobiliar und kompletten Einrichtungen für Arztpraxen und Geldinstitute im gesamten Bundesgebiet. Zudem würden Wohnbereiche – und das sei eine Herausforderung für seine Zunft – kleiner und gleichzeitig funktionaler werden. Die passenden Fenster und Türen liefert und montiert die Tischlerei in Holz und Kunststoff – in bester Unternehmenstradition.

Atmosphärische Lichtinstallationen

„Licht ist immer Thema, etwa wenn es darum geht, Möbel in Szene zu setzen und Gemütlichkeit oder ein bestimmtes Ambiente zu schaffen“, weiß Christoph Welling. Sei es eine Vitrine, ein begehbarer Kleiderschrank oder ein Tresen – Mobiliarbeleuchtung werde immer mehr gewünscht. Hier seien dann die Experten aus der Tischlerei gefragt, die mit Gefühl und Handwerkskunst jeden Kundenwunsch erfüllen.

Diese Kundenwünsche – und somit der heutige Möbelbau – würden spezieller und gleichzeitig individueller, erklärt der Unternehmer. Die Bau- und Möbeltischlerei Welling setzt auf den Einsatz hochmoderner Maschinen in den Händen von Fachkräften.
           

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