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Home Sonderthemen Wirtschaft & Finanzen Die Erbengemeinschaft – eine tickende Zeitbombe
05:51 05.03.2019
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Menge Noack
Rechtsanwälte und Notare Amthauer Paulini Rohde & Dr. Wichmann
Kanzlei für Erb- und Familienrecht
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Wenn ein geliebter Mensch verstirbt, bedeutet dies für die Hinterbliebenen immer eine extreme Belastung. Leider sind es aber nicht immer nur die emotionalen Folgen, die nach einem solchen Verlust aufzuarbeiten sind. Immer häufiger gesellen sich auch rechtliche Probleme dazu, die es dringend zu lösen gilt. Ein wesentlicher Streitpunkt ist dabei die Auseinandersetzung von Erbengemeinschaften.

Der Gesetzgeber hat bestimmt, dass nach dem Tode eines Menschen sämtliche Rechtsverhältnisse, die dieser unterhalten hat, von den Erben übernommen werden. Man spricht hier von einer Gesamtrechtsnachfolge. Probleme ergeben sich, wenn mehrere Erben berufen sind. Dies kann entweder dann der Fall sein, wenn der Erblasser ein Testament hinterlassen hat oder aber, wenn von Gesetzes wegen mehrere Erben berufen sind. Man spricht dann von einer Erbengemeinschaft.

Eine solche Erbengemeinschaft muss bei der Verwaltung des Nachlasses immer gemeinschaftlich handeln. So kann ein Haus z.B. nur dann verkauft werden, wenn alle Miterben am Kaufvertrag mitwirken. Auch Konten können nur durch sämtliche Erben gemeinschaftlich aufgelöst werden. Das gleiche gilt bei der Veräußerung von Nachlassgegenständen und bei der Verwaltung des Nachlassvermögens. Streiten sich die Erben darüber, wie das Vermögen verwaltet werden soll oder wie der Nachlass aufgeteilt wird, ist es immer ratsam, eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Jan Thomas Ockershausen ist unter anderem Fachanwalt für Erbrecht in der Göttinger Rechtsanwaltssozietät Menge Noack. FOTO: R
Jan Thomas Ockershausen ist unter anderem Fachanwalt für Erbrecht in der Göttinger Rechtsanwaltssozietät Menge Noack. FOTO: R

Gelingt dies nicht, muss der gesamte Nachlassbestand veräußert werden. Aus dem Erlös sind die Verbindlichkeiten des Nachlasses, wie z.B. Beerdigungskosten und Ähnliches, zu bereinigen. Der verbleibende Anteil ist dann nach der Erbquote unter den Erben aufzuteilen. Weigert sich einer der Miterben, an der Veräußerung mitzuwirken, so ist eine Teilungszwangsversteigerung in die Wege zu leiten.

Dieser vom Gesetz vorgesehene Weg führt häufig zu empfindlichen Wertverlusten und zu erheblichen Unannehmlichkeiten. Wesentlich sinnvoller ist es, die Nachlassgegenstände ohne eine Veräußerung unter den Erben aufzuteilen bzw. zu versuchen, diese einvernehmlich zum Höchstpreis zu verkaufen.

Leider sind solche einvernehmlichen Lösungen zwischen den Miterben häufig nicht möglich. Gerade im Erbrecht spielen Emotionen immer eine sehr große Rolle und häufig verhindern interne familiäre Konflikte eine vernunftorientierte Verwaltung oder Verwertung des Nachlasses.

Daher empfiehlt es sich immer, bei der Auseinandersetzung von Erbengemeinschaften sachkundige Hilfe eines Fachanwalts für Erbrecht einzuholen.

Jan Thomas
Ockershausen
Rechtsanwalt

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