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06:00 25.03.2019
Körperliche Symptome können auch Folgen einer psychischen Erkrankung sein. FOTO: R

Von Claudia Nachtwey  

Göttingen. Wenn die Seele krank ist, leidet auch der Körper – oder umgekehrt? „Psychische und körperliche Leiden sind selten voneinander zu trennen“, sagt die Heilpraktikerin für Psychotherapie Gisela Mäck und plädiert dafür, Krankheiten ganzheitlich zu betrachten und zu behandeln.

Bei psychosomatischen Beschwerden spiegelt der Körper das Leid der Seele. „Wer seinen Halt verloren hat, familiär oder im Beruf, geht anders durch das Leben als jemand, der Haltung zeigt“, vergleicht Mäck die körperliche Veränderung bei Menschen, die „zu viel Last“ mit sich herumschleppen. Hängende Schultern, Verspannungen, Rückenleiden – all das können Anzeichen sein für Bürden, die zu groß geworden sind und den Menschen niederdrücken. Im Beruf spricht man oft von Burnout, wenn jemand unter der Belastung zusammenbricht, sich ausgebrannt fühlt und keine Kraft mehr hat.

Ursache für Leiden selbst erkennen

Verletzungen der Seele können aber auch ganz andere Ursachen haben, die tief im Unterbewusstsein vergraben liegen. „Es hat Gründe, wenn Menschen etwas verdrängen. Diese Widerstände sind wichtig und ich respektiere sie, wenn ich die Patienten dabei begleite, sich auf ihr Unterbewusstsein einzulassen und die Heilung in sich selbst zu finden“, erklärt Mäck. Die promovierte Diplom-Biologin hat sich auf therapeutische Hypnose spezialisiert. Über eine Trance wird dem Patienten die Möglichkeit gegeben, in sein Unterbewusstsein einzutauchen und dort die Gründe für sein Leiden zu erkennen. Wie weit jemand hineingehen möchte in seine Eigenwahrnehmung, könne jeder für sich individuell entscheiden. „Ich gebe in den Hypnosesitzungen lediglich den Rahmen, in dem der Patient sich traut, loszulassen von der selbst auferlegten Kontrolle seiner Ängste und Gefühle, damit er besser zu sich selbst finden kann“, beschreibt Mäck den Schwerpunkt der Hypnose-Therapie.


„Es hat Gründe, wenn Menschen etwas verdrängen.“

Gisela Mäck, Heilpraktikerin für Psychotherapie


Seelischer Schmerz drückt sich im Körper aus

Die körperlichen Symptome einer psychischen Erkrankung können auch die Organe betreffen. Sorgen, die einem „auf den Magen schlagen“, die „Laus“, die einem „über die Leber gelaufen“ ist – schon die Beschreibungen mancher seelischer Leiden verraten, wo sie körperlich zu spüren sind.

„Wer sich für eine Hypnose-Therapie entscheidet, hat schon die Notwendigkeit erkannt, einen anderen Weg zu finden, weil bisherige Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben“, sagt Mäck.

Zunehmend arbeitet sie mit Körpertherapeuten zusammen. „Wer mit ein paar Übungen seinen Rücken und sein Becken entspannen kann, dem gelingt es besser, sich fallenzulassen und in Hypnose zu kommen“, erklärt die Heilpraktikerin. „In meiner somato-hypnotischen Therapie werden die Übungen ganz gezielt auf die Körperpartien ausgerichtet, in denen sich der seelische Schmerz ausdrückt.“ Oft hätten die Patienten über einen langen Zeitraum das Gefühl für sich selbst verdrängt oder verloren. Dieses gilt es über Hypnose wiederzufinden. Mit dem Wissen um die Ursache des Leidens komme auch das Wissen um die Heilung, sagt Mäck.

Als Gründe für den Verlust von Halt und Eigenwahrnehmung nennt Mäck einerseits die veränderten Familienstrukturen, weniger Bindungen (auch frühkindliche zur Mutter) sowie veränderte Alltagsstrukturen des heute hauptsächlich sitzenden Menschen.

Als Prävention für psychosomatische Erkrankungen empfiehlt die Therapeutin verschiedene Möglichkeiten, um sich selbst in einer positiven Haltung begegnen zu können. In der Bewegung sei der eigene Körper anders wahrzunehmen als im stundenlangen Sitzen. Einen bewussten und entspannten Bezug zur eigenen Seele könne man beispielsweise über Atemübungen und autogenes Training fördern.


Ob im Meeting oder am Schreibtisch - Büroarbeit ist meist Sitzarbeit. FOTO: DJD/OFA BAMBERG/THX
Ob im Meeting oder am Schreibtisch - Büroarbeit ist meist Sitzarbeit. FOTO: DJD/OFA BAMBERG/THX

Wenn man den ganzen Tag sitzt und sich kaum bewegt, bleibt die Wadenmuskulatur meist inaktiv. Das ist schlecht, denn diese unterstützt die Venen beim Hochpumpen des Blutes aus den Beinen. Als mögliche Folge staut sich dieses, und die Beine fühlen sich nach einem langen Arbeitstag schwer und müde an. Deshalb sollten Sie im Büro öfter mal etwas Venengymnastik machen. Das geht auch ganz unauffällig zwischendurch. Hier einige Übungen und Unterstützungsmaßnahmen:

Venengymnastik im Sitzen:

■ 1. Ohne aufzustehen funktioniert diese einfache Übung, die man während der Arbeit öfter wiederholt: Beide Füße nebeneinanderstellen, abwechselnd links und rechts die Ferse anheben und wieder absetzen, insgesamt 20-mal.

■ 2. Man setzt sich gerade hin, stellt wieder beide Füße nebeneinander flach auf, dann zieht man im Wechsel die Zehen hoch, jede Seite 10-mal.

■ 3. Für die nächste Übung lehnt man sich an die Stuhllehne zurück: Im Wechsel den linken und rechten Unterschenkel gestreckt anheben und mit dem Fuß 10 Kreise beschreiben.

■ 4. Gerade im Sitzen, wenn nicht viel Bewegung möglich ist, können auch moderne Stütz- und Reisestrümpfe wie zusätzliche Gymnastik für die Venen sein. Denn sie unterstützen mit sanftem Druck die Wadenmuskulatur von außen, sodass das Blut besser fließen kann und schweren Beinen vorgebeugt wird. Optisch sind sie nicht von normalen Strümpfen zu unterscheiden und in zahlreichen Farben und Materialien verfügbar.

Gezielte Übungen helfen dabei die Venen fit zu erhalten. FOTO: DJD
Gezielte Übungen helfen dabei die Venen fit zu erhalten. FOTO: DJD

Venengymnastik im Stehen und Gehen:

■ 5. Diese Übung ist perfekt, wenn Sie vor dem Drucker oder Kopierer warten: Einen Ausfallschritt machen, das hintere Bein strecken, die Ferse gegen den Boden drücken und diese Stellung etwa 15 Sekunden halten. Abwechselnd 5-mal mit jedem Bein.

■ 6. Für kleine Aufstehpausen oder in der Kaffeeküche eignet sich der Storchengang: Dafür abwechselnd ein Knie im rechten Winkel anheben und dann mit dem Standbein auf die Zehenspitzen gehen, etwa 15- bis 20-mal insgesamt.

■ 7. Auf dem Weg zur Toilette oder zum Meeting kann man diese Übung einbauen: Erst 10 Schritte auf den Zehenspitzen gehen, dann 10 Schritte auf den Fersen, mehrmals wechseln. Weitere Venengymnastik-Übungen und Tipps für gesunde Venen finden Sie hier www.ofa.de/de-de/therapie/bewegungstherapie

Venengymnastik rund um den Job:

■ 8. In der Mittagspause empfiehlt sich, nicht nur mit dem Fahrstuhl in die Kantine runterzufahren, sondern die Zeit auch für einen kleinen Spaziergang zu nutzen sowie die Treppen zu nehmen.

■ 9. Auf dem Hin- und Rückweg zur Arbeit kann ebenfalls etwas Bewegung eingebaut werden. Entweder gleich das Fahrrad nehmen, bei Bus und Bahn eine Station früher aussteigen und laufen oder das Auto etwas weiter vom Büro weg parken. rgz