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Nachhaltigkeit

Das Ziel ist eine nachhaltige Lebensmittelproduktion

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Der Bundesverband für Tiergesundheit setzt sich für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion ein – und hat dabei das Tierwohl im Blick. FOTO: STEFAN SAUER/ZB/DPA

Region. Die europäische Tiergesundheitsindustrie unterstützt den „Green Deal“ der EU-Kommission sowie die sogenannte „Farm-to-Fork“-Strategie – und hat als Input zu den Detailverhandlungen die Bedeutung der Tiergesundheit, die daraus resultierende Lebensmittelqualität und die Auswirkungen auf die Umwelt formuliert. Darauf weist der Bundesverband für Tiergesundheit hin.

Verband weist auf Bedeutung der Tiergesundheit und ihre Folgen hin

Die Europäische Union hat es sich zum Ziel gesetzt, ein zukunftssicheres und nachhaltiges Lebensmittelsystem zu etablieren beziehungsweise weiterzuentwickeln. Die Nutztierhaltung ist dabei laut Verbandsangaben auf einem erfolgreichen Weg. So zeigten Statistiken der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dass seit den 1960er-Jahren die Emissionen von Nutztieren aufgrund der Umstellung auf spezialisiertere Nutztiersysteme bereits um die Hälfte gesunken sind. Die FAO halte weitere 30 Prozent für realistisch; gesunde Tiere seien dabei „elementar“.

Mit Hilfe von Tierarzneimitteln (einschließlich Impfstoffen) und effizienten Diagnostiksystemen konnten in Europa bedeutende Tierseuchen und andere verlustreiche Erkrankungen zurückgedrängt werden, heißt es in einer Mitteilung. Gleichzeitig sei der Gesamtabsatz von Antibiotika seit 2011 in 25 der 31 Länder des Europäischen Netzwerkes zur Überwachung des Antibiotikaverbrauches (ESVAC) um 32 Prozent zurückgegangen. In der Summe steige die Effizienz der Tierhaltung.

Bei der Vorbeugung von Krankheiten werde die Entwicklung innovativer Impfstoffe, auch gegen Krankheiten, die klimabedingt in Europa vermehrt übertragen werden, immer wichtiger. Maßnahmen rund um die Biosicherheit sowie der Einsatz digitaler Tools zur Krankheitsfrüherkennung müssten laut Verband weiter erforscht werden. Eine weitere Reduktion von Antibiotika solle die Tiergesundheit nicht gefährden. Und: Wenn eine nachhaltige Lebensmittelproduktion das Hauptziel sein soll, müsse die sogenannte „Farm-to-Fork“-Strategie die Erzeugungssysteme unterstützen, die sowohl die Ernährungssicherheit als auch die Anpassung an den Klimawandel gewährleisten. Voraussetzung dafür sei der uneingeschränkte Zugang zu nachhaltigen Tiergesundheitslösungen.

Tierhaltung ist unverzichtbar für die Regionen ...

Jährlich werden in der Tierhaltung in Europa 168 Milliarden Euro erwirtschaftet – das entspricht 45 Prozent des gesamten landwirtschaftlichen Sektors. Sie schafft Arbeitsplätze für vier Millionen Menschen und unterstützt indirekt die Arbeit von 30 Millionen Menschen, hauptsächlich in ländlichen Gebieten. Grünland- und Weideflächen können durch Tierhaltung zur Produktion beitragen. Die vielfältige Kulturlandschaft bereichert die Artenvielfalt.

... und für eine gesunde Ernährung

Weltweit steigt der Fleischverbrauch, in Europa und speziell in Deutschland läuft der Trend aber in die andere Richtung. Laut aktuellem Ernährungsreport bezeichnen sich über die Hälfte der Befragten als „Flexitarier“, die also gelegentlich bewusst auf Fleisch verzichten. Die Gesundheit spielt für fast alle Verbraucher die größte Rolle bei der Wahl ihres Ernährungsstils. Sie legen auch Wert auf mehr Tierwohl – und geben an, dafür auch mehr bezahlen zu wollen.

Bewährte Systeme bereichern und optimieren

Für eine den Zielvorgaben des „Green Deals“, genügende Landwirtschaft, werden bewährte Systeme überprüft und vor dem Hintergrund komplexer Zusammenhänge durch neue umwelt- und ernährungsrelevante Ansätze bereichert oder optimiert. Ökologische Fußabdrücke werden bewertet und Stoffströme aller Art beleuchtet. Modelle, die mögliche Zukunftsszenarien abbilden und damit Handlungsempfehlungen aufzeigen können, sollen helfen, die Nachhaltigkeitsziele, wie sie auch durch die Vereinten Nationen formuliert sind, zu erreichen.

In Deutschland befasst sich nun die Zukunftskommission Landwirtschaft mit praxistauglichen Empfehlungen für eine produktive und ressourcenschonende Landwirtschaft. Gemäß Bundeslandwirtschaftsministerium geht es darum, ein übergreifendes gemeinsames Verständnis zu entwickeln, wie mehr Tierwohl, Biodiversität, Klima- und Umweltschutz mit den fundamentalen Aufgaben der Ernährungssicherung und der ökonomischen Tragfähigkeit zusammengebracht werden können. Die Zukunftskommission – mit der Aufgabe, den zukünftigen Kurs der Landwirtschaft zu entwickeln – ist damit die „nationale Schwester“ der europäischen „Farm-to-Fork“-Strategie.