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Home Sonderthemen Freizeit & Familie Das Sparbuch hat noch nicht ausgedient
14:59 08.11.2019
Sparbücher stehen noch immer hoch im Kurs. FOTO: KARMANN/DPA
Aral Tankstelle Thomas Hänsch
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Von Tobias Christ  

Göttingen. Nicht erst im Alter sind die eigenen Finanzen ein wichtiges Thema. Doch wer richtig vorgesorgt hat, hat es nach dem Renten- oder Pensionseintritt leichter. Das Vorsorgeangebot der Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken ist vielfältig. Doch worauf schwören die Deutschen und welche Angebote sind ihnen suspekt? Was empfehlen die Berater der Kreditinstitute?

Das Sparen ist aufgrund des schwachen Zinsmarkts schwieriger geworden. Die Renditen überschreiten oft nicht einmal einen Prozentpunkt, darum „müssen sich Sparer Alternativen suchen“, teilt die Sparkasse Göttingen mit. Erträge und Renditen seien aktuell nur mit kapitalmarktorientierten Anlagen, sprich Wertpapieren, möglich. Die Altersvorsorge steht bei der Volksbank Mitte ebenfalls im Fokus. Auch Anlagen bei einer Berufsunfähigkeit, im Pflege- oder Krankheitsfall müssten bedacht werden.

Sparbücher weiterhin gefragt

Obwohl es kaum noch Zinsen gibt, stehen Sparbücher weiterhin hoch im Kurs. Die Volksbank verzeichnet noch etwa 50 000 Sparbücher. „Das Sparbuch gibt es also nach wie vor – allerdings nicht unter Renditeaspekten“, wie Florian Hartleib, Leiter Unternehmenskommunikation VR-Bank Mitte, mitteilt. Mehr als sein Geld dort zu „parken“, bringen diese aber derzeit nicht. „Da sind andere Alternativen wesentlich attraktiver.“ „Am meisten verbreitet sind – leider – noch immer klassische Sparprodukte wie Sparbücher oder Tagesgeld. Insgesamt sind über 50 Prozent der Ersparnisse der Deutschen in niedrigverzinsten Produkten angelegt“, heißt es vonseiten der Sparkasse.

Gezielt nachgefragt werde nach Vorsorgemodellen, die mit einer Förderung verbunden sind, fährt Hartleib fort, wie etwa die Riester-Rente, die mit staatlichen Zulagen und steuerlichen Anrechnungsmöglichkeiten punktet. Besonders gefragt seien auch betriebliche Altersvorsorgen. „Dabei kann mit kleinen Beiträgen schon viel erreicht werden.“ Für die langfristige Vorsorge empfehlen die Berater Fondsanlagen oder eine Kombination dieser mit Rentenversicherungen. Am meisten verbreitet sei dabei die klassische Rentenversicherung, die durch garantierte Zinssätze überzeuge.

Bei der Sparkasse werde häufig nach Wertpapiersparplänen gefragt: „Diese sind die neue Form des Sparens.“ Dabei wird monatlich ein Betrag in einen Fonds eingezahlt. Da die Wertpapiermärkte ständigen Schwankungen unterliegen, biete es sich an, nicht alles auf einmal zu investieren, sondern regelmäßig kleine Beträge zuzuschießen. Wer kontinuierlich spart, nutzt den Durchschnittskosteneffekt: Bei höheren Kursen werden weniger und bei niedrigeren mehr Anteile erworben, sodass Marktschwankungen auch positiv für den Anleger wirken können.

Individuelle Beratung wichtig

„Jeder sollte wissen, wofür das Geld angelegt ist“, meinen die Finanzexperten der Sparkasse. Deshalb würden mit den Kunden auch ihre Ziele und Wünsche besprochen. Werde das Geld kurzfristig benötigt, seien andere Anlagelösungen zu bevorzugen als bei einem langfristigen Sparziel. Auf mittel- und langfristige Sicht seien kapitalmarktorientierte Lösungen und Anlagen in Sachwerten alternativlos. Wichtig sei, dass für den Sparer ein „maßgeschneidertes Anlagekonzept“ entwickelt werde. Bei der Wahl des Vorsorgemittels solle darauf geachtet werden, „dass die Vorsorge zu den eigenen, individuellen Bedürfnissen passt“, meint auch Hartleib.

Die Alternativen zu den klassischen Vorsorgemodellen sind vielfältig. Dies können etwa Wertpapiere sein, Aktienfonds oder Immobilienanlagen.


Eine Anlage in Aktien ist derzeit sehr beliebt. FOTO: DPA
Eine Anlage in Aktien ist derzeit sehr beliebt. FOTO: DPA

Göttingen. Die einzige Anlageklasse, die langfristig für nachhaltige Erträge sorgt, sind nach Auskunft der Sparkasse Göttingen die Wertpapiere. „Das wird unseres Erachtens auch für eine lange Zeit so bleiben.“ Diese erfreuen sich zwar einer regen Nachfrage, sollten aber noch stärker in Betracht gezogen werden, wenn es um die Altersvorsorge geht. Dies gelte sowohl für den privaten als auch für den professionellen oder institutionellen Anleger.

Das Risiko bestehe vor allem im Faktor Zeit. Es gelte der Grundsatz: breite Streuung, früh beginnen, nicht alles auf ein Pferd setzen und dauerhaft mit regelmäßigen Beträgen sparen. So werde das Risiko maßgeblich reduziert. Seit Jahren würden führende Experten Aktienfonds für die Vermögensbildung empfehlen, da sie auf lange Sich „mit Abstand die besten Renditechancen bieten“. Im Vergleich zu einer Einzelanlage werde das Kapital in Aktienfonds breit gestreut und somit das Risiko gesenkt. Eine rückläufige Entwicklung des Gesamt- oder einzelner Aktienmärkte können die Kursentwicklung negativ beeinflussen, deshalb gelte es, „immer einen mittelfristigen Fokus zu wahren“.

Breite Streuung ist der sichere Tipp

„Der sichere Tipp heißt aus unserer Sicht: Breite Streuung und regelmäßiges Investment.“ Um keine unliebsamen Überraschungen auf dem Wertpapiermarkt zu erleben, folgen die Beratungsgespräche bei Sparkasse und VR-Bank einem hochqualifizierten Prozess. Darin werden Risikobereitschaft des Kunden und die Chancen der Anlage ebenso erläutert wie die Bedarfsorientierung. Die Berater erklären zu jeder Anlagelösung dem Kunden die Chancen und zeigen die Risiken auf. Aktien- und Aktienfonds als Vorsorgeanlage werden immer beliebter – Immobilien spielen nur eine kleinere Rolle.

Um eine möglichst diversifizierte Anlagestruktur zu erreichen, sind auch Immobilienanlagen eine Option. „Ein Ertrag aus Immobilien ergänzt“ andere Anlagen im Vermögen sehr gut, meint Florian Hartleib von der VR-Bank Mitte. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld erwirtschafteten diese für den Anleger eine attraktive Rendite, teilt auch die Sparkasse mit. Deshalb seien sie attraktiv – nicht nur mit Blick auf vergleichbare Anlagen wie etwa zehnjährige Bundesanleihen. Darüber hinaus seien offene Immobilienfonds „das optimale Vehikel für Privatanleger“, um sich mit kleinen Beträgen an professionell gemanagten Immobilienportfolios zu beteiligen.

Grundsätzlich empfehlen die Kreditinstitute eine auf Ziele und Risikowunsch ausgerichtete Vermögensstruktur. Anleger sollten also ihre Vermögenswerte auf mehreren Beinen aufstellen, um Marktschwankungen vorzubeugen und sich abzusichern. tc


Niedrige Zinsen machen Bauen attraktiv – eine solide Finanzierung sollte deshalb aber nicht vergessen werden. FOTO: DPA
Niedrige Zinsen machen Bauen attraktiv – eine solide Finanzierung sollte deshalb aber nicht vergessen werden. FOTO: DPA

Erkelenz/Berlin. „Die Aufnahme eines Immobiliendarlehens ist für die allermeisten Verbraucher die wohl wichtigste finanzielle Entscheidung ihres Lebens“, erklärt Markus Feck, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht in Erkelenz. Die passende Finanzierung zu finden, ist dabei allerdings nicht immer ganz leicht – vor allem, wenn man sich das erste Mal mit diesem Thema auseinandersetzt. Zusätzlich sind Kunden beim Kauf von Immobilien oft unter Druck: „Es muss alles ganz schnell gehen, sonst ist die Immobilie weg“, sagt Jörg Sahr von der Stiftung Warentest in Berlin. „Da sind die Leute auch froh, wenn sie von der Bank eine Kreditzusage bekommen, mit der sie gleich weitermachen können.“

Doch bekommen Kunden wirklich immer das, was für sie am besten ist? Verbraucherschützer und Rechtsexperten sind da skeptisch. Nach Fecks Ansicht trägt zum Beispiel die Qualität der Beratung der großen Bedeutung des Immobiliendarlehens oft nur wenig Rechnung. Auch die Stiftung Warentest stellte in einem Test 2017 deutliche Defizite fest.

„Grundsätzlich müssen Berater einen bedarfsgerechten Kredit empfehlen“, sagt Sahr. Was unter anderem bedeutet: „Das Darlehen muss von der Summe her passen, es müssen Risiken in der Finanzierung berücksichtigt sein, und die Laufzeit muss stimmen.“ Auch die finanziellen Verpflichtungen, die ein Darlehensnehmer hat, sollten bei der Beratung eine Rolle spielen. Doch Berater schaffen es nach Erkenntnissen der Stiftung Warentest in der Praxis nicht immer, die Kreditsumme wirklich am Bedarf der Kunden auszurichten. Den Testern fielen außerdem hohe Monatsraten, Lücken im Finanzierungsplan oder schlichtweg fehlende Informationen auf. Nach Ansicht von Feck sollten Banken auch die Vor- und Nachteile einzelner Finanzierungsmodelle umfassend, richtig und verständlich erläutern. RND/dpa


Düsseldorf. Unwetter mit Starkregen richten immer wieder große Schäden an. Immobilieneigentümer sind selbst in der Verantwortung, sich um das Thema zu kümmern, betont die Verbraucherzentrale Nordrhein- Westfalen. Städte und Gemeinden haften demnach nicht für Schäden, die durch Starkregen entstehen.

Sturzflutartige Wassermassen können selbst dort entstehen, wo keine Senke im Gelände ist und kein Gewässer verläuft. Oftmals fühlen sich Hauseigentümer in diesem Fall zu sicher und werden dann besonders von den Wassermassen überrascht, erläutert das Kommunale Netzwerk Abwasser. Kommunen haben aber oft Informationen, wo in einem Stadtgebiet besondere Gefahren durch Sturzfluten und Starkregen bestehen. Viele größere und auch kleine Städte haben „Starkregengefahrenkarten“ bereits im Internet veröffentlicht. Andere bieten auf Anfrage Auszüge aus diesen Karten an.

Auch die Abwasserbetriebe sollten weiterhelfen können. „Sie haben einen gesetzlichen Beratungsauftrag“, sagt Marco Schlüter, Starkregenexperte und Leiter des Kommunalen Netzwerks Abwasser beim Institut für Unterirdische Infrastruktur (IKT) in Gelsenkirchen. Auch Verbraucherzentralen bieten – teils kostenlos – Beratung zum Thema an. Außerdem rät Schlüter, sich bei den Versicherungen zu informieren. „Man sollte klären, wie man da aufgestellt ist.“ RND

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