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Home Sonderthemen Bauen & Wohnen Baugrundstück im Altdorf für neues Kinder- und Jugendhospiz
11:10 12.02.2020
Petra Broistedt als Vertreterin der Stadt und zuständige Dezernentin bei der Gründungsversammlung des Fördervereins für das Hospiz „Sternenlichter“ (Archivbild, 2018).. FOTO: HINZMANN

Grone. Für den Bau des geplanten Kinder- und Jugendhospizes „Sternenlichter“ ist eine entscheidende Weiche gestellt: Die Sparkasse Göttingen hat über eine Tochtergesellschaft ein Baugrundstück im Altdorf von Grone erworben. Auf diesem Grundstück müssen die Verantwortlichen nun nur noch bauen – und die benötigten restlichen Gelder finden. Die DRK-Schwesternschaft Georgia-Augusta soll die Einrichtung betreiben. Auf etwa 1600 Quadratmetern soll ein Zentrum für lebensverkürzt erkrankte Kinder und ihre Familien entstehen. Eine „Lebensbegleitung statt Sterbebegleitung“ will die Schwesternschaft dort erreichen.
        

Der Förderverein „Sternenlichter“ gründete sich 2018 und engagiert sich für die Finanzierung des Hospizes. Helmut Latermann vom Verein erklärt, er hoffe darauf, dass der Bau im Herbst beginnen könne. „Wir sind derzeit mit Investoren im Gespräch, die vielversprechend sind“, sagt er. Die Ärzte des Hospizes würden Kinder mit Krebserkrankungen, Immundefekten oder Gehirnschäden behandeln.
      

Nicole Zimmer, Oberin der Schwesternschaft, berichtet, es sei schwierig gewesen, ein Grundstück im Stadtgebiet zu finden. „Es war uns sehr wichtig, den Kindern, aber auch ihren Familien, eine Teilhabe am Leben zu ermöglichen. Die Eltern sollten zum Beispiel die Möglichkeit haben, ab und an ins Kino zu gehen – um auf andere Gedanken zu kommen, als die Krankheit ihres Kindes“, sagt Zimmer. AS


Archivbild von der Gründungsversammlung des Fördervereins für das Kinder- und Jugendhospiz Sternenlichter (2018). FOTO: HINZMANN
Archivbild von der Gründungsversammlung des Fördervereins für das Kinder- und Jugendhospiz Sternenlichter (2018). FOTO: HINZMANN

In ganz Deutschland gebe es nur um die 130 Kinderhospizbetten – aber etwa 30 000 schwerstkranke Kinder. In Niedersachsen seien derzeit zwei ambulante stationäre Kinderhospize in Betrieb. Ein entsprechend hoher Bedarf bestehe laut der Schwesternschaft für die Region Südniedersachsen. „Unsere gemeinsame Vision ist es, einen Ankerpunkt für die betroffenen Familien in der gesamten Region zu schaffen. Außerdem ist die Lage Göttingens sehr geeignet: Die Stadt ist schließlich mitten in Deutschland gelegen“, erklärt Oberin Nicole Zimmer.

Geschützte Umgebung als passendes Umfeld

Das Grundstück in Grone, umgeben von Gärten, Wiesen und Reiterhöfen, sei für das Vorhaben ideal: „Uns ist es wichtig, dass die schwerstkranken Kinder und ihre Familien in einer geschützten Umgebung zur Ruhe kommen können. Gleichzeitig ist die Erreichbarkeit der Innenstadt und der angrenzenden Stadtteile durch die Stadtbusanbindung gewährleistet.“

Das derzeitige Konzept der Einrichtung sieht zwölf Plätze für Kinder und Jugendliche bis 27 Jahren mit ihren Familien in einem Einzugsgebiet von 150 Kilometern vor. Über eine Sterbebegleitung hinaus soll vor Ort eine ganzheitliche Lebensbegleitung gewährleistet sein: Therapien in jeglicher Form sowie psychologische Betreuung der Angehörigen auch über den Tod der Kinder hinaus. Das Kinder- und Jugendhospiz „Sternenlichter“ wird nicht zu 100 Prozent von den Krankenkassen finanziert. Fehlendes Geld muss durch Spenden akquiriert werden.

Latermann informiert, im Förderverein seien 38 Mitglieder aktiv – „da ist aber noch Luft nach oben: Über neue Mitglieder freuen wir uns immer!“, sagt er. 50 000 Euro Spendengelder habe der Verein bisher einnehmen können.

Immer wieder auf Verein aufmerksam machen

50 000 Euro Spendengelder habe der Verein bisher einnehmen können. „Um das fehlende Geld zu sammeln, gehen wir immer wieder an die Öffentlichkeit. So werden die Menschen auf unseren Förderverein aufmerksam und spenden das Geld.“ Der Bau des Kinder- und Jugendhospizes steht laut Latermann unter der Schirmherrschaft von Göttingens Oberbürgermeister RolfGeorg Köhler. AS
        

Die Fachschwesternschaft Georgia-Augusta gehört zum Dachverband des Deutschen Roten Kreuzes. 180 Schwestern sind dort aktiv und beschäftigen sich mit der Pflege von Kindern und Jugendlichen. „Die meisten arbeiten in der Universitätsmedizin“, sagt Nicole Zimmer, Oberin der Schwesternschaft. Im Raum Göttingen ist die Vereinigung seit mehr als 90 Jahren in der professionellen Pflege und Betreuung von Kindern und Jugendlichen sowie in Hilfsprojekten gemeinnützig tätig. Die Göttinger Schwesternschaft ist eine der zwei Fachschwesternschaften für Kinderkrankenpflege in Deutschland – neben der DRK-Heinrich-Schwesternschaft in Kiel. Die Göttinger Schwesternschaft engagiert sich in unterschiedlichen Hilfseinsätzen des Deutschen Roten Kreuzes und arbeitet bis heute aktiv in Hilfsprojekten mit: Sie waren zum Beispiel auf dem Hospitalschiff Helgoland, im Sudan und im Erdbebengebiet der Türkei im Einsatz.

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