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Home Sonderthemen Gesundheit Auf neuen Wegen zu fitten Füßen
05:31 25.03.2019
Korrekt angelegte Tapes können Schmerzen lindern und Bewegungen optimieren. FOTO: RUIDL

Fast jeder zweite Deutsche schlägt sich Schätzungen zufolge mit Fußproblemen herum. Zu den häufigsten Ursachen gehören Fehlstellungen wie Hallux valgus, Hammer- oder Krallenzehen, die mit der Zeit zu immer stärker werdenden Schmerzen beim Gehen führen können. Dann werden Aktivitäten wie Wandern, Joggen, Spazierengehen, Sightseeing beim Städtetrip oder ein ausgedehnter Shoppingbummel schnell zur Qual und man möchte eigentlich ständig nur noch die Füße hochlegen.

Unkompliziert: Bänder lassen sich selbst anlegen

Zwar stehen für die Betroffenen eine Reihe effektiver Hilfsmittel zur Wahl, allerdings sind diese oft nicht gerade alltagstauglich. So verschaffen Physiotherapie und Fußgymnastik zwar Erleichterung, erfordern aber einen erheblichen zeitlichen Aufwand. Auch orthopädische Einlagen sind hilfreich, passen jedoch in viele Schuhe nicht hinein. Besser scheinen da Kinesiotapes zu sein - elastische Klebeverbände, die therapeutisch nützlich und dabei komfortabel zu tragen sind. Aber selbst sie haben einen Haken: Sie müssen alle zwei bis drei Tage gewechselt werden und können Hautreizungen hervorrufen.

Eine Lösung verspricht jetzt das verblüffend einfache Prinzip der neuartigen Taping Loops: Dabei handelt es sich um dehnbare Bänder in Form von Schlaufen aus dem Orthopädie-Fachhandel oder aus der Apotheke, die auf einer Seite aus einem anpassungsfähigen Material bestehen und nach Einweisung unkompliziert selbst anzulegen sind. In Kombination mit einer guten Beratung durch kompetentes Fachpersonal können sie viele Fehlstellungen korrigieren und Leiden an Füßen und Zehen lindern. Nahezu jeder Schuh kommt für die Anwendung in Frage, von Flipflops und Hausschlappen über Turnschuhe und edle Luxussneakers bis hin zum Winter- oder Gummistiefel. Unter www.taping-socks.de oder www.compressana.de gibt es weitere Informationen.

Anwendungserfolg mit Übungen unterstützen

Tragezeit ist dabei gleich Therapiezeit: Ob auf der Party, im Büro, barfuß zuhause auf dem Sofa, im Garten, bei der Hausarbeit oder nachts unter der Bettdecke - überall können die Loops ihre Wirkung entfalten. Unterstützen lässt sich die Behandlung individuell noch durch gezieltes Training für die Füße, um Muskeln und Bänder zu stärken und beweglich zu halten. Bewährt hat sich hier beispielsweise das Konzept Spiraldynamik. Unter www.my-medibook.de finden sich Anregungen und verschiedene Angebote.

Was tun bei Knick-Senkfuß?

Eine weit verbreitete Fehlstellung des Fußes ist der Knick-Senkfuß. Charakteristisch ist hier ein Einknicken der Ferse nach innen - die sogenannte x-Stellung - und ein Abflachen der inneren Längswölbung. Dadurch bewegt sich der Vorderfuß nach außen. Ein stark ausgeprägter Knick-Senkfuß wird im Endstadium als Plattfuß bezeichnet, Fuß und Beinachse liegen nicht mehr in der Achse des Bewegungsablaufes. Bei der Behandlung kommen oft orthopädische Einlagen zum Einsatz. Nachteil: Sie passen häufig nicht in die Schuhe. Eine gute Alternative können dann beispielsweise die neuartigen Taping-Socks sein - anschmiegsame Tapes, die individuell in Socken integriert werden. Diese können das Fußgewölbe effektiv unterstützen. djd


Belastend: Chronische Rückenleiden belasten den Alltag enorm. FOTO: BOXLER
Belastend: Chronische Rückenleiden belasten den Alltag enorm. FOTO: BOXLER

Jeden trifft es irgendwann: Rückenbeschwerden sind eine Volkskrankheit. Akute Probleme, wie etwa der Hexenschuss, lassen sich oft innerhalb von wenigen Tagen erfolgreich behandeln. Altersbedingte Verschleißerscheinungen allerdings können zu anhaltenden Beschwerden und Einschränkung der Lebensqualität führen. Spinalkanalstenose beispielsweise, die Einengung des Wirbelkanals, führt zu Taubheit und Kraftlosigkeit in den Beinen. Vor allem Menschen jenseits der 60 leiden darunter. Diese Verschleißerkrankung ist in der Regel schwer behandelbar. Die Ärzte der Orthopädischen Universitätsklinik im Asklepios Klinikum Bad Abbach haben dafür aber ein multimodales Behandlungskonzept entwickelt, mit dem 80 Prozent der Patienten wirksam geholfen werden kann.

Die Wirbelsäule leistet im Alltag Schwerstarbeit: Beim Gehen und Stehen ist sie ständig Stauchungen ausgesetzt. Hinzu kommen Belastungen durch Heben und Tragen sowie einseitige Sitzbelastung, vor allem am Schreibtisch. Die Folge sind Abnützungen an den Bandscheiben und den kleinen Wirbelgelenken. Das führt langfristig zu wulstartig plattgedrückten Bandscheiben und groben knöchernen Verdickungen an den Facettengelenken, die zusammen den Wirbelkanal einengen. Die Folge der Einengung: tiefe Kreuzschmerzen zum Beispiel beim Aufrichten und Neigen des Körpers. Folgenschwer sind die damit oft verbundenen Gefühlsstörungen mit wachsender Kraftlosigkeit in den Beinen, die jeden Weg zur Qual werden lässt.

Konservative Therapie kann Operation ersetzen

In der Vergangenheit wurde in diesen Fällen oft operiert. Jetzt gibt es konservative Behandlungsmöglichkeiten für diese, die Lebensqualität einschränkenden Beschwerden. Schlüssel ist eine spezielle Kombinationstherapie, die an der der Orthopädischen Universitätsklinik in Bad Abbach bei Regensburg entwickelt wurde. Sie stützt sich auf das Zusammenwirken unterschiedlichster Behandlungsschritte: von der Elektro- und Wärmetherapie bis hin zu speziellen Injektionen an die kleinen Wirbelgelenke, in die Nervenwurzeln und in den Wirbelkanal, verbunden mit gezieltem Muskeltraining.

„Damit ist es möglich, den Teufelskreis von Schmerzen-Verspannung-Fehlstellung und Funktionseinschränkung zu durchbrechen und die durch die Wirbelkanaleinengung irritierten Nervenwurzeln zum Abschwellen zu bringen“, sagt Klinikdirektor Professor Dr. Joachim Grifka. Bei über 80 Prozent der Patienten sei dieses konservative Programm erfolgreich. „Die Beschwerden gehen zurück. Die Betroffenen können wieder über weitere Wegstrecken beschwerdefrei laufen“, so der Klinikchef.

Nur in Ausnahmefällen sind dann noch chirurgische Eingriffe erforderlich. Diese würden im Asklepios Klinikum aber ebenfalls sehr patientenschonend minimalinvasiv, also über winzige Hauteinschnitte, durchgeführt. Bei diesem Eingriff werden dann ausschließlich Anteile entfernt, die im Wirbelkanal auf Nervenstrukturen drücken. Dieses gezielt eingeschränkte Vorgehen ohne große Knochenentfernungen ist wichtig, damit in der Wirbelsäule keine Instabilitäten entstehen, die neue Beschwerden verursachen. obx-medizindirek


Heiligenstadt. Wer schon lange von einem Rückenleiden geplagt wird, wünscht sich nur noch eines: Ruhe. Eine Auszeit von den Schmerzen und eine kompetente Behandlung in einer angenehmen Umgebung. Im Heilbad Heiligenstadt steht das Team der Fachabteilung Orthopädie/Traumatologie Patienten bei der stationären Nachbehandlung nach Verletzungen und Operationen zur Seite.

Dabei umfasst das Portfolio der Experten nicht nur die Arbeit an der Wirbelsäule: Der gesamte Bereich der Haltungs- und Bewegungsorgane wird mit einem umfangreichen Therapieangebot mobilisiert. Auch nach künstlichem Gelenkersatz oder Amputationen, bei rheumatischen Krankheitsbildern oder nach Sportunfällen ist ein Aufenthalt in der Kurklinik zu empfehlen.

Vor Ort stehen dem Patienten umfangreiche Behandlungsmaßnahmen zur Verfügung. Neben physikalischen sind vor allem krankengymnastische Therapien sowie balneologische Behandlungen Teil des umfangreichen Portfolios. cb

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