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Home Sonderthemen Job & Karriere Anschreiben verfassen, die ankommen
09:19 21.09.2019
Für das Anschreiben und den Lebenslauf gilt: saubere Struktur und klarer Bezug zur Stelle FOTO: R

„In den ersten zwei Tagen nach Erscheinen unserer Stellenanzeige besuchten fast 500 Personen unsere Webseite“, erzählt Hans-Joachim Neher, Geschäftsführer der DCS Dialog-Computer-Software GmbH, Darmstadt. „Und viele Besucher verweilten länger als eine Viertelstunde auf ihr.“ Das weiß der IT-Experte aufgrund der Google Analytics-Daten.

Umso überraschter war Neher, als er die Bewerbungen als „Assistent(-in) der Geschäftsführung“ sichtete. Von den über 100 Bewerbern, fast ausschließlich Frauen, ging maximal ein Viertel auf den Text der Stellenanzeige ein. Und dass die Bewerber auf der Webseite des IT-Dienstleisters für Touristikunternehmen waren? „Das spürte man bei einem halben Dutzend.“

In allen Bewerbungsratgebern steht: „Nehmen Sie im Anschreiben Bezug auf die Stellenanzeige. Zeigen Sie, dass Sie sich über das Unternehmen informiert haben.“ Trotzdem tut dies das Gros der Bewerber nicht. Meist versenden sie an alle Unternehmen weitgehend dasselbe Standard-Anschreiben. „Und dann jammern sie, dass sie nur Absagen erhalten“, kritisiert Meera Gandbhir von der Personalberatung Conciliat, Stuttgart. „Dabei erhält, wer sich so wenig Mühe gibt, zu Recht eine Absage.“
        

Checken und prüfen

Nicht oft genug kann betont werden: Verwenden Sie als Stellensucher ausreichend Zeit und Energie auf das Formulieren Ihres Anschreibens. „Das gilt insbesondere für wirklich attraktive Stellen, auf die sich viele Personen bewerben“, betont Bernadette Imkamp, Leiterin Personalbetreuung und -marketing bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall. „Denn mit dem Anschreiben können sich Bewerber positiv von Mitbewerbern abheben, die einen ebenso qualifizierten Lebenslauf haben.“

Wer sich positiv abheben möchte, muss zunächst die Grundanforderungen erfüllen. Das ist oft nicht der Fall, kritisiert Markus Vogel, Personalauswahlexperte beim Bildungsdienstleister Provadis, Frankfurt. Firmenvertreter seien immer wieder erstaunt, wie oft sogar die Anschreiben von Akademikern Rechtschreibfehler aufweisen. Und in auffallend vielen Bewerbungen befänden sich noch die Namen „fremder Unternehmen und Ansprechpartner“. Deshalb rät Vogel Stellensuchern: „Lassen Sie das Anschreiben nach dem Verfassen noch einen Tag liegen und lesen Sie es dann erneut Korrektur. Und lassen Sie es vorm Versenden von Freunden oder Verwandten gegenlesen.“

Floskeln vermeiden

Firmenvertreter merken auch negativ an: Die meisten Bewerber wiederholen im Anschreiben nur die Floskeln aus den Stellenanzeigen. Stehen darin zum Beispiel die Adjektive „teamfähig“ und „kommunikativ“, dann findet man sie auch in den Anschreiben. Nur wenige Bewerber übersetzen die Begriffe und beziehen sie auf die angestrebte Position. Zum Beispiel mit einer Aussage wie: „Es fällt mir leicht, Menschen zu kontaktieren“ – eine Aussage „mit der zum Beispiel viele Bewerber um eine Stelle im Verkauf und Service punkten würden“, weiß Kommunikationsexperte Ingo Vogel, Esslingen. Der Autor des Buchs „So reden Sie sich an die Spitze“ empfiehlt Stellensuchern: „Werden Sie konkret, wenn es darum geht, was Sie für eine Stelle qualifiziert.“

Ähnlich äußert sich Julia Laas, Leiterin Personalmarketing bei der Allianz Versicherungsgruppe. Als „wenig zielführend“ erachtet sie eine Aussage wie: „Mich interessiert die Arbeit in Versicherungen.“ „Denn mich interessiert auch vieles“, sagt sie. „Deshalb mache ich es aber nicht zu meinem Beruf.“ Stärker würde Laas interessieren, was den Bewerber genau an der Arbeit für ein Versicherungsunternehmen reizt. Und warum er sich für die Allianz entschied.

Dosiert Selbstvertrauen zeigen

Doch Vorsicht! Manchmal schadet zu viel Konkretion. Das war bei einer jungen Frau der Fall, die sich bei Neher als „Assistentin der Geschäftsführung“ bewarb. Sie schrieb im Anschreiben: „Ich habe auf der Startseite Ihrer Webseite zwei Rechtschreibfehler entdeckt. Welche? Das sage ich Ihnen im Vorstellungsgespräch.“ „Die Frau müssen wir einladen“, war die spontane Reaktion von Neher. Denn der neue Mitarbeiter sollte auch fit in Sachen Rechtschreibung sein. Zudem strahlte diese „kecke Formulierung“ Selbstbewusstsein aus. Doch dann saß Neher der Frau gegenüber. Und er fragte sie: „Welche Fehler haben Sie entdeckt?“ Und es zeigte sich: Die vermeintlichen Rechtschreibfehler sind keine. Damit war das Vorstellungsgespräch „gelaufen“.


Die Ausbildungsberufe Fachinformatiker und Mechatroniker genießen in der Bevölkerung das höchste Renommee unter den 25 am stärksten besetzten Ausbildungsberufen. Das geht aus einer in Bonn veröffentlichten Studie hervor, die das Bundesinstitut für Berufsbildung gemeinsam mit der Technischen Universität Braunschweig ausführte. Ein geringeres Ansehen zeigt sich demnach eher in Berufen, die auch hohe Anteile von unbesetzten Ausbildungsstellen aufweisen.

Auf einer Skala von 0 (sehr gering) bis 10 (sehr hoch) erhielten Fachinformatiker und Mechatroniker den Angaben zufolge Durchschnittswerte von über 7. Die folgenden Plätze bei den Ausbildungsberufen nehmen laut der Studie Industriekaufleute, Kraftfahrzeug-Mechatroniker, Elektroniker, Maler und Lackierer sowie Kaufleute im Groß- und Außenhandel ein.

Vergleichsweise wenig angesehen seien hingegen die Berufe Fachverkäufer im Lebensmittel-Einzelhandel, Koch und Verkäufer, doch auch sie wiesen noch Durchschnittswerte von mehr als 4 auf. Wolle man in Zukunft mehr Jugendliche für Berufe mit Besetzungsproblemen gewinnen, müssten die Rahmenbedingungen dieser Berufe verbessert werden, sagte der Präsident des Bundesinstituts für Berufliche Bildung, Friedrich Hubert Esser. Dazu seien neben guten Übernahmemöglichkeiten nach der Ausbildung in erster Linie sichere Beschäftigungsaussichten, gute Karriereperspektiven und ein angemessenes Einkommen erforderlich.

Der Studie liegt den Angaben zufolge eine Befragung von rund 9.000 in Deutschland lebenden Menschen im Alter von über 15 Jahren zugrunde. Bei der zwischen Oktober 2017 und Mai 2018 ausgeführten Umfrage sollten die Teilnehmer für eine Zufallsauswahl unter 402 Berufen angeben, welches Ansehen diese Berufe ihrer Meinung nach in Deutschland haben. Im Rahmen seines Forschungsprojektes über „Berufe in Deutschland“ will das Institut nun untersuchen, welche Faktoren überhaupt dazu führen, dass Berufe von der Bevölkerung höher oder weniger hoch angesehen werden.


Jeder dritte Deutsche zieht aus beruflichen Gründen um. Das kostet viel Zeit und Geld, dennoch ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, für anfallende Umzugskosten aufzukommen. Es sei denn, der Arbeitnehmer wird beruflich versetzt. Dierk Hochgesang vom Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) empfiehlt das frühzeitige Gespräch mit dem neuen Chef: „Einige Unternehmen bieten finanzielle Unterstützung für nötige Neuausstattungen, doppelt gezahlte Mieten oder den Umzug, insbesondere wenn sie zum öffentlichen Dienst zählen oder Rahmenverträge mit Möbelspeditionen haben.“ Ansonsten ist der berufsbedingte Umzug steuerlich absetzbar. Dazu gehören Speditionskosten, doppelte Mieten, Makler-, Fahrt- und Reisekosten. Außerdem lässt sich jede Menge Stress vermeiden, wenn der Wohnungswechsel so strukturiert und effizient wie möglich gestaltet wird. Umzugsunternehmen mit dem AMÖ-Qualitätslogo, dem rollenden Känguru, sind hier die richtigen Ansprechpartner. Weitere Umzugtipps gibt es online auf www.umzug.org.

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