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Home Sonderthemen Gesundheit 25 000 Hausbesuche im Monat
14:38 17.10.2018
Kathrin Dornieden versorgt eine Patientin. FOTOS: HARTWIG

Duderstadt. Die Nachfrage nach Leistungen der Sozialstation ist seit der Gründungsphase kontinuierlich gestiegen. Gerd Hegerkamp, Leiter des Geschäftsbereichs Altenhilfe und Pflege, verdeutlicht dies mit einigen Zahlen.

Seien 1980 rund 40 Patienten betreut worden, so habe die Zahl acht Jahre später zwischen 140 und 160 gelegen. Mittlerweile besuchten die Mitarbeiter täglich, teilweise mehrfach, 899 Patienten. Im Monat seien es 25 000 Hausbesuche, berichtet Hegerkamp.

Allgemeiner Rettungsverband Niedersachsen-Süd e.V.


Mit der wachsenden Zahl der Patienten ist auch die Zahl der Mitarbeiter gestiegen. Waren es anfangs vier, sind es mittlerweile sechs Pflegeteams mit 136 Mitarbeitern. Ihr Zuständigkeitsbereich umfasst die Stadt Duderstadt, die Samtgemeinde Gieboldehausen und die Samtgemeinde Radolfshausen. 22 Dienst-Pkw stehen bereit, viele Mitarbeiter fahren darüber hinaus mit einem privaten Pkw. Lag die Zahl der gefahrenen Kilometer im Jahre 1988 bei 77547 Kilometern, so betrug sie 563235 im Jahre 2017.

Mangel an Fachkräften ist Herausforderung

„Der Bedarf wird vor dem Hintergrund des demografischen Wandels weiter wachsen“, vermutet Ralf Regenhardt, Vorstandssprecher des Caritasverbandes Südniedersachsen. Der Mangel an Fachkräften sei eine riesige Herausforderung. Verstärkt werde daher versucht, junge Menschen für diesen „sehr relevanten Aufgabenbereich, der auch zukunftsfähig ist“, zu begeistern und zu gewinnen. Derzeit würden 14 junge Menschen im Bereich Altenpflege in Kooperation mit dem Malteser Hilfsdienst ausgebildet.

„Wir gehen in Schulen und stellen die Pflege vor, eröffnen auch die Möglichkeit, Praktika zu machen“, erläutert Manuela Kunze, mit Hegerkamp zusammen Leitung des Geschäftsbereichs Altenhilfe und Pflege. Gute Erfahrungen gebe es mit dem Unterrichtsfach „Soziale Verantwortung“ an der IGS St. Ursula. Schüler kämen regelmäßig unter anderem auch in Einrichtungen der Caritas, um dort soziale Verantwortung zu lernen und zu übernehmen. Positiv seien auch die Erfahrungen mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr. Es gebe eine relativ hohe Quote von jungen Menschen, die anschließend im Bereich Pflege tätig werden wollen, berichtet Kunze.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Team Gieboldehausen nach ihrer wöchentlichen Teambesprechung.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Team Gieboldehausen nach ihrer wöchentlichen Teambesprechung.

Berufsfeld umfasst mehr als Waschen

Das Berufsfeld sei vielfältig und beinhalte „weit mehr als Waschen“, sagt Hegerkamp. Er verweist auf die Begleitung von Patienten und Angehörigen in Krisensituationen, Pflegeberatung, Informationsgespräche über Kassenleistungen, Sozialhilfe und sonstige Angebote, auf die Zusammenarbeit mit Hausärzten, Krankenkassen und anderen Diensten. Entlastet würden Angehörige in Carena-Gruppen. Zu weiteren Angeboten, durch die Ambulante Pflege ergänzt werde, zählten Gruppenbetreuung für Pflegebedürftige und die Tagespflegeeinrichtungen in Duderstadt und Gieboldehausen. Das Konzept der Tagespflege soll die Bedürfnisse der Senioren vereinen, zu Hause zu wohnen, tagsüber bestmöglich versorgt zu sein, dabei sich aktiv beschäftigen und Gleichgesinnte treffen zu können.

Für die Entwicklung des Pflegewesens stellt Regenhardt eine Forderung an Landes- und Bundespolitik: „Weg von der Rennpflege, wieder hin zu Qualität.“ Ein Ziel müsse sein, „dass es künftig so etwas wie einen Tarifvertrag Soziales gibt, damit Löhne und Gehälter nicht so weit auseinanderliegen“, sagt der Vorstandssprecher. art

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